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Unter „flavor“ versteht Gorman das Gesamt derjenigen subjektiven Empfindungen, die im oralen Bereich bei der Aufnahme von Nahrungs- und Genußmitteln auftreten; diesem Oberbegriff werden vor allem die Geschmacks- und Geruchsempfindung subsumiert. Der Autor gliedert sein Buch in zwei Abschnitte. Im ersten Teil werden in straffer und übersichtlicher Form entwicklungsgeschichtliche, anatomische, physiologische und biochemische Aspekte der Geruchs- und der Geschmacksempfindung dargestellt.
Im zweiten — ausschließlich auf theoretischen Erörterungen basierenden — Teil entwickelt Gorman seine Theorie zu den psychologischen Determinanten der Geruchsempfindung, wobei er sich weitgehend der psychoanalytischen Terminologie bedient. Zunächst werden — sorgfältig gesammelt und kommentiert — die Aussagen von S. Freud zur Geruchsempfindung angeführt und danach — ebenfalls anhand des Schrifttums — Beziehungen zwischen Geruchsempfindung sowie den drei psychosexuellen Entwicklungsstufen Oralität, Analität und Genitalität diskutiert; hier sind die angeführten Geruchsstörungen bei Bronchialasthmatikern besonders interessant. Schließlich interpretiert der Autor — unter breiter Heranziehung neurophysiologischer Korrelate — das Geruchsvermögen sowohl im Sinne einer autonomen Ichfunktion (Hartmann) als auch im Sinne eines Partialtriebes, der dem Verdrängungsvorgang unterliegen kann.
Das Gormansche Buch ist nicht nur interessant wegen der originellen theoretischen Erörterungen und der zahlreichen Schrifttumsnachweise, sondern auch bewundernswert im Hinblick auf die gleichzeitige Bearbeitung detaillierter somatischer und psychologischer Aspekte.