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Auf dem Wege der Verallgemeinerung von Forschungsergebnissen seiner 1957 erschienenen Konfliktpsychologie sucht der Autor Anschluß an eine umfassende Wissenschaft vom Menschen, die er als „integrale Anthropologie“ bezeichnet. Die vorliegende Monographie nennt die Endresultate dieses Abstraktionsprozesses vom Einzelfaktum zur Wesensaussage.
Die Ausgangsfakten selbst werden nicht mehr gezeigt. Der Abstraktionsprozeß ist bereits erledigt, bevor der Autor zu schreiben beginnt. Auch der Weg vom allgemeinen anthropologischen Resultat zurück zur speziellen psychologischen Erkenntnis wird nicht aufgewiesen. So kommt es, daß der Leser nicht recht nachvollziehen kann, inwiefern die in Thesenform zu Kapitelüberschriften erhobenen Grunderkenntnisse des Autors den im Untertitel angemeldeten Anspruch erfüllen, „das Konzept vom Menschen in der gegenwärtigen Psychologie“ darzustellen.
Daß der Mensch in zahlreichen Anthropologien übereinstimmend als ein weltoffenes, wandlungsfähiges, widersprüchliches, sich selbstentfremdendes und nach Transzendenz strebendes Wesen erscheint, ist kein Novum mehr. Und daß sich nicht alle Außenseiter der Psychologie (= Tiefenpsychologen), nicht alle Professionellen (= akademische Psychologen) bei ihren Forschungen von diesen anthropologischen Grundbestimmungen anleiten lassen, ist hinreichend bekannt.
Neu und interessant wäre gewesen, konkret zu erfahren, wie der gegenwärtige Pluralismus auf dem Felde der Psychologie am Leitfaden einer anthropologisierenden Konfliktpsychologie überwunden werden könnte, wie die verschiedenen psychologischen Einzelergebnisse „im dynamischen Zusammenhang mit einem gewissen Bestand von Grunderkenntnissen stehen“ (S. 5). Dieses, in der Einleitung gemachte Versprechen („Wir erfahren, daß die Erkenntnisse einer einzelnen Wissenschaft vom Menschen — hier der Psychologie — Fragmente einer umfassenden Wissenschaft vom Menschen, einer integralen Anthropologie sind“ S. 5), wird vom Autor jedoch nicht eingelöst. Vorgelegt wird unt