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Der V. Internationale Kongreß für Kinderpsychiatrie 1962 in Scheveningen (Holland) war dem Problem „Kinderpsychiatrie und Prävention“ gewidmet. Der Kongreßbericht liegt nunmehr in Form eines stattlichen Bandes vor und gibt alle Referate wieder. Die Hauptreferate können schlaglichtartig die Akzente des Kongresses beleuchten: Probleme der Verhütung (D. Arn. van Krevelen), Grundlagen der praktischen Prävention in der Kinderpsychiatrie (E. Lindemann). Zum Modellbegriff der sog. Primärprävention äußerte sich G. Caplan; Th. Hart de Ruyter wandte den Gedanken der Prävention historisch auf die Entwicklung der Kinderpsychiatrie an. Eine besondere Bedeutung kam dem Referat von L. Michaux über ätiologische Untersuchungen bei der Verhütung geistiger Störungen im Kindesalter zu, als er u. a. die Freudsche Konzeption der Bedeutung affektiver Träume aufzeigte. Zu dem Problem der somatischen ätiologischen Faktoren nahmen G. Tarjan, zu epidemiologischen Fragen B. Pasamanick und H. Knobloch Stellung. H. Stutte stellte die präventiven Folgerungen — z. B. für den klinischen Unterricht und das praktisch geburtshilflich-pädiatrische Handeln — aus langfristigen Katamnesen von Kindern mit Geburtsasphyxie und Erythroblastose der Neugeborenen heraus. Der Prävention auf dem psychosozialen Felde war eine Studie von E. Miller gewidmet. C. Haffter, Basel, gab ein sehr abgewogenes Referat zum Problem der Neurosenprophylaxe im Kindesalter. G. Brun (Kopenhagen) stellte das Scheidungskind in den Blickpunkt seiner präventiven Bemühungen; W. Spiel (Wien) arbeitete die psychohygienischen Probleme der Adoption heraus. Beide Referate waren wegen der scharf umrissenen Themenstellung besonders instruktiv. Zum Problem der Änderung der sozialen Umwelt gab O. G. Brim ein fundiertes Aktionsprogramm. Die vielschichtigen Aspekte der Arbeit des Kinderpsychiaters an den Eltern fanden in den grundlegenden Ausführungen von D. J. Duche (Paris), A. Isambert (Paris)