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Das vorliegende neue Buch Bollnows „will in einer ersten, vorbereitenden Weise die Wichtigkeit und die Fruchtbarkeit der Frage nach dem erlebten Raum deutlich machen“. Mit Recht sagt sein Verfasser, „das Problem der räumlichen Verfassung des menschlichen Daseins oder, einfacher gesprochen, das des konkreten, vom Menschen erlebten und gelebten Raums“ habe gegenüber der Auslegung der „zeitlichen Verfassung“ des Menschseins „ganz im Hintergrund gestanden“, „was bei der überlieferten, fast schon sprichwörtlich gewordenen Verknüpfung der Fragen nach dem Raum und nach der Zeit eigentlich erstaunlich“ sei. Diese Gleichstellung von er- bzw. gelebter Zeitlichkeit und Räumlichkeit kann man verstehen, obzwar es vielleicht doch nicht ganz überflüssig gewesen wäre, sich über den anscheinenden — daseinsanalytischen und anthropologischen — Primat der Zeitlichkeit Gedanken zu machen. Jedoch vertritt nun Bollnow einmal seine entschiedene Überzeugung: „Das Problem der räumlichen Verfassung des menschlichen Daseins tritt mit eignem Gewicht und eigner Fragestellung neben das der Zeitlichkeit. Überhaupt scheint es müßig zu sein, vorweg sogleich über den möglichen Vorrang der einen oder der andern Fragestellung zu spekulieren. Es dürfte fruchtbarer sein, das neue Problem des erlebten Raums möglichst unbefangen in Angriff zu nehmen und zu sehen, was dabei herauskommt. Aber in allen bisherigen Ansätzen sind es immer nur einzelne Beiträge aus dem In- und Ausland, die von den verschiedenen Wissenschaften herkommen und unter ihrem besonderen Gesichtspunkt das Problem in Angriff nehmen. Es fehlt bisher der Versuch einer zusammenhängenden systematischen Darstellung“.
Im Hinblick auf den Begriff des erund gelebten Raumes, der gegen den mathematisch-physikalischen Begriff abgehoben wird, verweist Bollnow darauf, daß „leben“ im Deutschen ein transitives, deshalb nicht mit einem Objekt im Akkusativ zu verbindendes Verb ist. Daher bleibt er „trotz aller Bedenken bei dem sprachlich richtigen, wenn auc