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Die Frage, ob testpsychologische Untersuchungen als Hilfsmittel bei den klinischen Aufgaben des Analytikers, speziell bei der initialen Psychodiagnostik und Indikationsstellung nützlich und zweckmäßig seien, wird von Analytikern unterschiedlich beantwortet. Stellungnahmen zu dieser Frage reichen von eindeutiger Ablehnung bis zu ebenso eindeutiger Bejahung. Reservierte oder ablehnende Antworten werden mit mehreren Argumenten begründet, die sich etwa wie folgt charakterisieren lassen:
Für den erfahrenen Analytiker sind Tests überflüssig. Um neurotische Symptome bzw. Verhaltensweisen zu diagnostizieren, benötigt er keine methodenfremden Hilfsmittel. Eine analytisch differenzierte Diagnose läßt sich ohnehin erst nach Beendigung der analytischen Behandlung stellen.
Testuntersuchungen sind störend. Überweist man einen Patienten, der um Behandlung nachgesucht hat, erst noch an einen Testpsychologen, so provoziert man unerwünschte Komplikationen in seiner Einstellung zum Analytiker und zur Behandlung. Die Heranziehung einer dritten Person bedeutet nicht nur allzuleicht eine Störung der anfänglichen Übertragungsbeziehung, sondern der Testvorgang selbst bildet einen weitgehend unkontrollierten Eingriff, der unter Umständen kritische Folgen für den Patienten haben kann.
Testbefunde sind analytisch irrelevant. Abgesehen davon, daß Testbefunde häufig unter den Gesichtspunkten einer deskriptiven Oberflächenpsychologie gewonnen und formuliert sind, haben die Befunde aus analytisch orientierten Testverfahren, vorwiegend den sogenannten projektiven Techniken, den Nachweis von der Verläßlichkeit ihrer Aussagen über die innere Konfliktdynamik oder gar über Behandlungsprognosen bisher nicht erbringen können.
Diese und einige weitere Einwände müssen als schwerwiegend angesehen werden, wenn ihre Prämissen unumschränkt gültig sind. Sie können auch nicht durch den Hinweis auf einzelne Fälle entkräftet werden, bei denen