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Zu den Zeichen, die besonders deutlich den grundsätzlidien Unterschied zwischen der traditionellen medizinischen Untersuchung — in der Psychiatrie: der Exploration — und dem psychodynamisch verstandenen Erstinterview hervorheben, gehört die ernsthafte Beschäftigung gerade mit dem Anfang, den ersten Zügen eines Interviews. Die traditionelle medizinische Untersuchung, eines der wichtigsten Instrumente der naturwissenschaftlichen, der „einpersonalen Biologie bzw. Psychologie“ (John Rickman) fokusiert das kranke Organ, die pathologische Organfunktion an; der Arzt ist ausschließlich Beobachter, je affektfreier desto besser, ja auch der Patient wird häufig dazu gebracht, seine Symptome, seine Krankheit als etwas Persönlichkeitsfernes zu betrachten und zu erleben, zumindest in allen Fällen, in denen der status quo ante wieder erreicht werden kann, also keine Adaptation an eine bleibende Funktionsbeeinträchtigung notwendig ist. Das traditionelle — vom Untersuchungsobjekt geforderte — Ritual läuft am besten in streng geregelter Reihenfolge ab: Eruierung der Anamnese, Erhebung des Befundes, Diagnosestellung und Therapievorschlag. Man weiß aus der Erfahrung, welchen Anteil am Gesamterfolg jeder dieser vier Schritte hat. Wichtig sind immer — und im Grunde sogar ausschließlich — inhaltliche Aussagen. Es ist wichtig zu erfahren, ob eine Temperatursteigerung langsam zunehmend oder plötzlich einsetzte, ob ein lokalisierter oder diffuser Druckschmerz im Oberbauch besteht, ob ein Aorten- oder ein Mitralvitium vorliegt. Gleichgültig ist, ob die Temperatursteigerung spontan mitgeteilt wird oder erfragt werden muß, ob sieh der Patient zur Untersuchung nur zögernd oder sehr bereitwillig entkleidet, ob die Diagnose eines Vitiums gefaßt oder bestürzt aufgenommen wird. Diese formalen Zeichen werden nur als entbehrliche, oft lästige Randerscheinungen empfunden.
Ganz anders konstelliert sich das psychodynamisch orientierte Erstinterview. Hier werden Störungen diagnostiziert und therapiert, die