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Die hier vorgelegten Arbeiten Lyman Wynnes und Margaret T. Singers geben dem deutschen Leser Einblick in ein besonders wichtiges Kapitel der modernen amerikanischen Schizophrenieforschung. Hier vereinigen sich mehrere Forschungsströme: erstens die Bemühung um eine neue Klassifizierung der Schizophrenie, die auf Eugen Bleulers Schizophreniebegriff aufbaut. Zweitens der Versuch, die so erfaßten schizophrenen Denk-, Lern- und Beziehungsstörungen unter psychodynamischen Gesichtspunkten verständlich zu machen. Freuds Ideen, die bereits für Bleuler zentral wurden, fließen damit auch in diese Arbeiten ein, daneben aber vor allem diejenigen von Sullivan, Federn, Rapaport, Hartmann, Piaget. Drittens schließlich geht es um die Erforschung der Familienbeziehung. In diesem Sinne ergänzen die Arbeiten Wynnes und Singers die Arbeiten von Theodore Lidz und seiner Mitarbeiter, die bereits in der Psyche veröffentlicht wurden. Dabei ist Wynnes Forschungsprojekt wesentlich um die Frage zentriert: Wie setzen sich gestörte Transaktionen innerhalb des Familienfeldes in eine individuelle schizophrene Störung um?
Mehrere Gründe lassen Wynnes und Singers Arbeit besonders wichtig erscheinen: einmal die Weite und Originalität ihrer theoretischen Konzeptionen; dann aber auch — und hier ist der Vergleich zur Situation in Deutschlánd besonders bemerkenswert — die Weise, in der höchst komplexe Hypothesen immer wieder dem empirischen Test unterzogen werden. Jede neue Idee und Hypothese erscheint damit automatisch von der Frage begleitet: is this idea researchable? Diesen Refrain habe ich in Amerika, und besonders am National Institute of Mental Health, immer wieder gehört.
Verglichen mit der Lage in Europa, erscheinen die Forschungsmöglichkeiten des Teams von Lyman Wynne ideal: Der „Adult Branch of Psychiatry“ am „National Institute of Mental Health“, den Wynne seit einigen Jahren leitet, stellt nur eine der fünf am NIMH integrierten psychiatrischen Forschungsabteilungen dar. In dieser Abteilung all