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Der Herausgeber des British Journal of Psychiatry hatte die Freundlichkeit, mir den Auftrag zu geben, eine Sammlung und kritische Sichtung jener objektiven Daten anzulegen, welche auf die Verursachung der Schizophrenie durch Umwelteinflüsse — speziell psychogenetischer Natur — Bezug nehmen. Ferner sollte eine allgemeine Würdigung unserer Kenntnisse auf diesem Gebiet damit verbunden sein. Auf den ersten Blick handelt es sich bei dem so umschriebenen Auftrag scheinbar um eine einfache und leicht zu erfüllende Aufgabe, nämlich die Sammlung aller jener Fakten, weldie die Verursachung der Schizophrenie durch psychische Einflüsse aus der Umwelt wahrscheinlich machen. Es erhebt sich aber sofort eine Reihe schwerwiegender Zweifel:
Was soll unter dem Begriff Schizophrenie verstanden werden? Soll er möglichst weit im Sinne des „schizophrenic reaction type“ vieler nordamerikanischer Psychiater gefaßt werden oder im viel engeren Sinne der skandinavischen Psychiatrie, die nur eine Kerngruppe als Schizophrenie gelten lassen will und die verwandten Zustände als schizophreniforme Psychosen bezeichnet? Was soll ferner „Verursachung“ heißen, was „objektive Daten“? Wir werden später sehen, daß, wenn als objektive Daten nur das gesammelt wird, was ein „distanzierter Beobachter“ (H. Stierlin) in der Umwelt eines Schizophrenen wahrzunehmen glaubt, gerade die für die Entstehung der Psychose wesentlichen psychologischen Bedingungen nicht erfaßt werden können. Ob man bei psychischen Verläufen überhaupt Ursachen annehmen darf und ob das Suchen nach solchen ein sinnvolles Unterfangen sei, ist eine sehr vielschichtige Frage und hat zu weitläufigen philosophischen Überlegungen Anlaß gegeben. Es liegt aber außerhalb des Rahmens dieses Referates, darauf einzugehen. Nur müssen wir im Auge behalten, daß möglicherweise bei Verwendung eines einseitigen Ursachenbegriffes schon von vornherein