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Der Autor, dem wir schon recht klare und anregende Diskussionen zu den Begriffen der psychischen Energie und Struktur (Energy and Structure in Psychoanalysis) verdanken, gibt uns jetzt in einem schmalen, in einem konzisen Stil und mit systematischer Strenge verfaßten Band eine ganze Reihe von Leitsätzen und Überlegungen, von deren Beachtung bzw. Außerachtlassung es abhängen wird, ob die Psychoanalyse als „Zweig der Wissenschaft“ (S. VII) gelten kann oder nicht. Das Wort Wissenschaft, so heißt es übrigens gleich zu Anfang, sollte einen aber weder zu glorifizierenden noch zu herabwürdigenden Affekten und Einstellungen veranlassen. Der Verfasser erinnert daran, daß alle menschliche Sehnsucht nach „Gewißheit“, wie wir heute auf Grund logischer Erkenntnisse wie auch durch die aus der Relativitätstheorie gewonnene Einsicht zugeben müssen, von keiner Wissenschaft letztlich und absolut erreicht werden kann (17 ff.). Der Psychoanalytiker solle das berücksichtigen, wenn er wegen der angeblich unzureichenden Sicherheit seines Faches angegriffen wird. Auch der Beitrag der Semantik, d. h. die Abklärung der Beziehungen zwischen Worten und den Dingen, die sie bezeichnen, sind für die Psychoanalyse von großer Wichtigkeit. Dies gilt für die Unterscheidung der „Feststellung der Wahrheit“ und einer „Definition“. Die Aussage, „das Über-Ich ist der Niederschlag aufgegebener Objekt-Besetzungen der Oedipus-Situation“, ist z. B. keine Wahrheitsaussage, sondern hat vielmehr nur die Bedeutung: „Den Niederschlag aufgelassener Objekt-Besetzungen der Oedipus-Situation nennen wir das Über-Ich“.
Semantik und Logik haben uns auch gelehrt, eine Unterscheidung zwischen „wahren“ und „Pseudo-“Problemen zu treffen. Wissenschaftliche Bedeutung kann nur eine Feststellung beanspruchen, die im Prinzip verifiziert bzw. falsifiziert werden kann. Dabei dürfe man nicht übersehen, daß letztlich alle Wissenschaften auf Annahmen gründen, die in der Nähe der Metaphysik liegen.
Voraussetzung für wissenschaftliche Unt