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Der Autor, Professor der Psychohygiene und Psychotherapie in Basel, nennt seine Schrift eine medizinisch-psychologische Vorlesung. Er beteiligt den Leser in seiner, dem leidenden Erleben des kranken Menschen nachgehenden Sprache an einer Reihe von maßgebenden psychologischen Zusammenhängen, wodurch er ein mitfühlendes Verständnis für die Eigenart der Seelischkranken zu wecken sucht.
Der erste Hauptabschnitt, „Lebensgeschichtliche Wandlungen des Menschen“, beschreibt die Entstehung der psychischen Grundkräfte, d. h. die Menschwerdung des Kindes, als eine Ereignisfolge, die aus den komplexen Bedingungszusammenhängen des psychischen Kontinuums zwischen Kind, Eltern und Geschwistern herauswächst. Der Leitfaden dieser Entwicklungsgeschichte der Seele ist die konstitutive Kraft der elterlichen Sorge und Liebe. Das Gelingen oder die charakteristischen Formen des Mißratens der Organisation der seelischen Grundkräfte des Kindes werden zum Indikator dafür, ob die bergende und führende elterliche Zuwendung ihre Aufgabe erfüllt oder ob sie versagt hat. Als stereotyp gewordene Antworten sind alle sogenannten Symptome, auch wenn einzig ihre Abwehrseite imponiert, immer zugleich als Anrufe im