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Diese aus der Wiener Psychiatrischen Klinik hervorgegangene Publikation hat den Untertitel „Kritische Beiträge zur Somatisierung der Neurose und ihrer Therapie“. Die Verfasser haben es zu ihrem erklärten Ziel gemacht, Antwort zu geben auf die Frage, welche Position die Psychosomatik in der Gesamtmedizin einnimmt und warum sie sich nicht entsprechend ihrer großen Bedeutung hat durchsetzen können; sie wollen die Gründe dieser Krise analysieren und Anregungen zu ihrer Überwindung geben. Der Beitrag, den sie dafür leisten wollen, soll zentriert sein auf exakte Begriffsdefinitionen, auf den Zusammenhang der Psychosomatik mit der Neurosenlehre, auf Fragen der Somatisierung und therapeutische Konsequenzen.
Obgleich die Verfasser in ihrer Vorbemerkung auf den Anteil des Irrationalen bei den Widerständen gegen die psychomatische Medizin hinweisen, sind sie der Meinung, daß der „Mangel an Definition“ … „mit der hauptsächlichste Grund für die Krise“ ist, die die Psychosomatik heute durchmache. Die mutige Definition, die die Verfasser dem Begriff Psychosomatik geben, wird nach bisherigen Erfahrungen zwar nicht geeignet sein, die irrationalen Widerstände abzubauen, aber immerhin trägt sie zur Verbreitung einer wünschenswerten Klarheit bei: Psychosomatik hat dem Unbewußten im Menschen Rechnung zu tragen, sie ist ohne Neurosenlehre und ohne Sigmund Freud, d. h. ohne Psychoanalyse, nicht denkbar. „Heute erkennen wir vom medizinischen Standpunkt in der psychosomatischen Erkrankung die Folge einer Neurose“ (S. 20). Extrem psychistische Positionen finden ebenso wie extreme anthropologische Sucher nach dem Sinn in der Krankheit herbe Kritik. Die Verf. bekennen sich zu einem „multifaktoriellen“ Denken, das alle Faktoren im Zusammenspiel von Psyche und Körper einbezieht, um zu erkennen, wie „seelisches Geschehen körperliche Abläufe krankmachend beeinflußt“ (Mitscherlich).
Im 2. Kapitel „Psychosomatik und Neurosenlehre“ führen die Verf., gestützt auf die psychoanalytische Lehre vom neurotis