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Bericht über eine sich mehrere Jahre erstreckende psychagogische Behandlung eines 9jährigen asthmakranken Mädchens. Das Asthma war schon im Säuglingsalter, zur Zeit des Abstillens, aufgetreten, im Anschluß an eine Infektionskrankheit. Medikamentöse ärztliche Behandlungen brachten nur zeitweilig Linderungen. Mit dem achten Jahr kamen Kopfschmerzen hinzu. Die Anfälle traten meist im Zusammenhang mit emotionellen Erregungszuständen auf.
Das Kind war als Mädchen unerwünscht und zur Zeit einer Ehekrise der Eltern zur Welt gekommen. Es entwickelte sich später zu einem fügsamen, stillen Kind, mit den Symptomen der Obstipation, der Harnverhaltung und des Nicht-Sprechen-Wollens (Syndrom des „pluriorifiziellen Schmollens“ nach Glanzmann, Ref.). In seiner leib-seelischen Entwicklung blieb das Mädchen zurück und war mit neun Jahren noch von kleinkindhaftem Wesen, hinter einer harmonischen Fassade und äußerer Disziplinierung alles Triebhafte, Affektive verdrängend.
In der Spieltherapie lernte es, Aggressionen, wie überhaupt ein eigenes Ich, entfalten zu dürfen. Das „zarte, kranke Kind“ entwickelte ein natürliches, robustes Wesen. Anfälle, die es früher in den Mittelpunkt der Familie stellten, jetzt aber nur noch am lustbetonten Spielen hinderten, wurden damit sinnlos. So wurde es erst 5 Monate, dann länger anfallsfrei und zeigte sowohl in der körperlichen Entwicklung wie in schulischen Leistungen Fortschritte. In der Spieltherapie (Puppentheater) lernte das Mädchen, sich mit ihren Fehlhaltungen auseinanderzusetzen und noch einmal, speziell im Kranksein, seine ganze Entwicklung nachzuerleben.
Es nahm allmählich einen normalen Kontakt zu anderen Kindern auf und löste sich später auch von der Behandlung. In Krisenzeiten der Familie erwies es sich nun als Stabilste von allen.
7 Jahre nach Beginn der Therapie steht das Mädchen frei von Krankheitserscheinungen, lebenstüchtig außerhalb der Familie in der Berufsausbildung.