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„Die Psychopathologie der Schizophrenien blieb am Leitfaden des klinischen Wissens um ihre deletaren Ausgänge häufig eine Erforschung seelischer Defizienzen. Der hier unternommene Versuch legt dagegen Grundbestände auf seelische Positivität hin aus, d. h. auf eigenartige Verfassungen, in denen sich eine Tendenz nach seelischer Ordnung bekundet. Die Weise dieser Bekundung ist zum Verstehen meist nicht unmittelbar zugänglich. Der Zugang der Untersuchung bedarf der Vermittlung durch ein indirektes Verstehen.“ Daß dieses indirekte Verstehen eine verführerische Gefahr in sich schließt, darüber ist sich Kisker durchaus im klaren. Er fügt sein Bemühen in die gegenwärtige, durch die psychotherapeutischen Erfahrungen mitbestimmte Situation der Psychopathologie der Schizophrenie ein und verspricht mit der „psychologischen Erhellung einiger zentraler Situationen der schizophrenen Person“ bestenfalls „sinnvolle psychopathologische Fragestellungen eröffnen und Möglichkeiten künftiger Antworten vorbereiten“ zu können, nicht aber struktur-, gestaltoder tiefenpsychologische Patenttheorien zu liefern.
Drei „Zugänge zur schizophrenen Person“ werden unterschieden: 1. das philosophische „Vorverstehen des verrückten Daseins“, worunter Kisker vor allem Binswangers Daseinsanalyse begreift, die er lieber als „regionale Ontologie“ verstanden wissen möchte; 2. die „anthropologische Psychopathologie als begegnendes Verstehen“ (von Baeyer, Zutt) und 3. die „dynamische Topologie als Beispiel eines konstruktiv-entwerfenden Verständnisses“. Diese dynamische Topologie gilt dem Verfasser „nicht als Methode i. S. einer exakten experimentellen Bedin^ungsanalyse psychologischer Situationen, wie sie Lewin betrieb, sondern als ein Gefüge psychologischer Einsichten und Arbeitshypothesen, das dem psychopathologischen Gegenstand elastisch anzupassen ist. Damit ergeben sich gegenüber Lewin methodische Verschiebungen. Das Operationale Moment seines Vorgehens (Verhalterisbeobachtung, Leistungsfeststellung,