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Die Arbeit hält am tradierten Psychopathiebegrirf, wie er von K. Schneider, insbesondere mit der Umwandlung der soziologischen Begriffe Kraepelins in charakterologische vertreten wird, fest. Die Darlegungen sind zum anderen durch die Krueger-Welleksche Struktürtheorie, zu der sich der Autor schon in früheren Arbeiten bekannte, maßgeblich bestimmt worden. Das besondere Anliegen der Studie ist es, eine Pathocharakterologie der abnormen Persönlichkeiten zu geben und die viel gerügte Statik des Psychopathiebegriffes durch Einbeziehung dynamischer Zusammenhänge zu überwinden. Alte Probleme werden unter Berücksichtigung sozialpsychologischer Fragen zeitnahe präsentiert. Auch die Anlage-Umweltproblematik erfährt eine neue Durchleuchtung.
An der bekannten Typologie der abnormen Persönlichkeiten wird festgehalten, jener „Abbreviatur für die langwierige und präzise Beschreibung einer Person“ (H. Kranz), nicht zuletzt wohl auch, weil der klinische Alltag solche Verständigungsformeln fordert. Neu gegenüber der kritisch aufgenommenen ersten Auflage ist eine synoptische Betrachtung der anankastischen Wesensart, die unter Berücksichtigung leistungsstrebiger und ethischer Wertaspekte gesondert