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Hinter dem Titel dieses bereits 1955 vor Lehrern und Vertretern der Schulbehörden gehaltenen Vortrages steckt eine beachtenswerte und gut begründete Kritik an der Schule, die besonders für das Gymnasium noch heute voll gültig ist. So ist die dritte Auflage dieser Schrift des Münsteraner Ordinarius für Psychologie sehr zu begrüßen. Es ist zu wünschen, daß immer mehr für das deutsche Schulwesen Verantwortliche die Konsequenzen aus der Einsicht ziehen, daß Leistungen unter Druck gerade bei der wenig robusten und durch die Akzeleration geschwächten heutigen Jugend zu erhöhter Fehlsamkeit führen und daß nicht Fehler, sondern Erfolge das Ziel der Schule sind.
Die Denkmodelle Wasserhahn und Topf, vollzupumpender Schlauch oder sich vollsaugender und hernach auszupressender Schwamm fassen das Wesen des Lernvorgangs nicht, wie die moderne Lernforschung ausweist. Metzger erläutert das an entsprechenden Versuchen, die eingehender besprochen werden. Diese Modelle fassen aber zahlreiche schulische Gepflogenheiten, Anordnungen und Unterrichtsmethoden vom Verhältnis Lehrer-Klasse bis zur Ferienordnung und zu den Hausarbeiten. Schöpferisches Denken und geistige Selbständigkeit werden erst dann den Unterricht und das Leben in unseren Schulen bestimmen, wenn die Vorstellung, Gedächtnisleistungen seien wesentliche Merkmale der auszulesenden Intelligenz, überwunden sein wird. Lernen durch Einsicht verlangt nach mehr Motivation, als Druck und Schulzwang sie bieten können. Hier beginnt die Erziehungskunst, und dieser sollte man noch viel mehr als bisher auch in der Höheren Schule Raum gewähren. Ein ganzes Bündel von Vorschlägen steht am Ende dieses Vortrages. Wenn wir auch nicht jedem Punkt zustimmen können, so bleiben sie alle zusammen, gerade aus der aufgezeigten Grundhaltung heraus, diskussionswürdig.