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Die vorliegende Untersuchung stammt aus dem Erfahrungsbereich der Berufsberatung; der Verfasser hat eine repräsentative Anzahl von Schulentlassenen der Jahrgänge 1951, 1952 und 1953 seines Amtsbereiches (Arbeitsamt Frankfurt) auf die Zusammenhänge zwischen „Erziehungsnotstand“, Berufswahl, Berufsbewährung und Umweltsituation (Familienkonfiguration, Wohnbezirk, Geschwisterreihe, Beruf des Vaters, Berufstätigkeit der Mutter etc.) hin untersucht. Der Erziehungsnotstand ist jeweils durch die Tatsache der Notwendigkeit einer Betreuung durch das Jugendamt definiert.
Mankann etwas summarisch das Ergebnis der Untersuchung etwa folgendermaßen beschreiben: An der erzieherischen, sozialen und beruflichen Fehlentwicklung von Kindern und Jugendlichen sind in einem hohen Prozentsatz der Fälle ungünstige Umweltfaktoren ursächlich beteiligt. Nun ist dieses Ergebnis an und für sich nichts besonders Neues; es bestätigt eine Fülle von empirischen Erfahrungen und auch quantitativen Untersuchungen. Ja man könnte sogar sagen, der Untertitel „Ein Beitrag zur Sozialpsychologie der Heranwachsenden“ sei nicht ganz korrekt; denn im wesentlichen handelt es sich nicht um die Analyse psychologischer Zusammenhänge, ganz und gar nicht tiefenpsychologischer Zusammenhänge, sondern wohl um das Aufweisen von soziologischen und sozialpädagogischen Faktoren.
Diese Einschränkung mindert den Wert des Büchleins jedoch nicht; wie bereits der Titel ankündigt, liegt er weit mehr denn im rein wissenschaftlichen Untersuchungsergebnis in dem sozial-ethischen Tenor der Arbeit. Der Verf. will den Leser auffordern, jeweils an seiner Stelle mitzuwirken, jene Situation, welche Kinder und Jugendliche in einen Erziehungsnotstand bringen, nach Kraft und Möglichkeit zu verändern. — Als Nebenergebnis sei vermerkt, daß einer der vom Verf. untersuchten Jahrgänge auch ein Jahrgang der bekannten „Längsschnittuntersuchung deutscher Nachkriegskinder“ von Coerper, Hagen und Thomae ist; es bietet sich also die Möglichkeit eines Ve