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Das Buch orientiert in geschlossener Darstellung über Notwendigkeit, Wesen, Funktion und in breitestem Sinne auch über Probleme der öffentlichen Erziehungsberatung (EB).
Der Verfasser, Professor für Psychologie und Sozialpädagogik, schildert EB in der Hauptsache so, wie sie seiner spezifischen Konzeption gemäß ist und wie er sie praktisch betreibt. EB ist für ihn eine sozialogische Notwendigkeit und weiter ein sozialpädagogisches Anliegen: Neben der Hilfe im Spezialfall fallen ihr gesellschaftsbeeinflussende Funktionen zu. Die Einzelhilfe vollzieht sich beim Autor nicht als Arbeit bloß am „Sorgenkind“, sondern präsentiert sich als Fülle von sozialpädagogischen Maßnahmen, die auch dessen soziales Umfeld mit allen wesentlichen Beziehungspersonen einschließen.
Da Kinder, je jünger sie sind, als von ihrer Mitwelt in besonderer Weise abhängig erlebt werden müssen und sie wohl kaum seelisch gesunden können, wenn ihr Lebensklima sich nicht mit verändert, erscheint uns der Weg des Verfassers als der einzig richtige. Die zur Erreichung seiner Ziele benutzten Methoden sind einleuchtend und erscheinen nachahmenswert. Zweifelhaft erscheint, daß der Erfolg dieser Methoden so durchschlagend sein kann, wie in der Erfolgsstatistik angegeben wird. Uns muten die Kriterien für die Erfolgsbeurteilung reichlich dubiös an, wenn wir auch dem Verfasser einräumen müssen, daß relevante Kriterien tatsächlich schwer zu finden sind.
Schade, daß ein Buch aus der Praxis keine Statistik darüber bringt, welche Anlässe zur Beratung führten und welche Diagnose nach Ansicht der Fachleute zu stellen war. Ob „echte Neurosen“ tatsächlich so selten sind, und ob nicht häufiger eine echte Psychotherapie bei Kind bzw. Eltern eine Notwendigkeit wäre? Natürlich wissen wir, welche Grenzen hier von Zeit-, Geld- und Therapeuten-Mangel gesetzt sind. Diese sollten aber eine richtige Diagnose nicht verhindern, welche gleichzeitig eine angemessenere Erfolgsbeurteilung gestatten würde. Solche kritischen Anmerkungen ersch