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Die anthropologischen Wissenschaften bemühen sich seit Jahren um eine Theorie des Menschseins. Aber, so meint Stoffer mit Recht, man hat „die Kindlichkeit des Kindes weithin unbefragt gelassen“. Diese Lücke versuchter, durch eine „Philosophische Pädologie“ zu schließen, deren Methode die „konkrete Hermeneutik“ ist, „das Im-Erleben-auf-sich-selbst-in-der-Welt-zurückgehen und Sinnverstehen aus dem konkreten Lebenszusammenhang“.
In einer „Ontologie der Kindlichkeit“ als dem einen Schwerpunkt seiner Pädologie will der Verfasser das Sein des Kindes in seiner Abgehobenheit von der „Erwachsenheit“ erhellen. Das entscheidende Merkmal ist in Analogie zu Heideggers „Sein-zum-Tode“, mit dem das Erwachsensein gemeint ist, für die Kindlichkeit das „Sein-von-der-Geburt-her“.
Im zweiten Schwerpunkt seiner Pädologie, der „Anthropologie des Kindes“ beschränkt sich der Verfasser auf das „Verhältnis von Kindern und Eltern zueinander“, das er dann „in Richtung auf das Verhältnis von Kindern und Erwachsenen überhaupt“ weiterdenkt, um so die Deutung der Kindlichkeit in der modernen Welt vorzubereiten.
Ebenfalls als Hinführung zur Hauptthematik eines Buches unternimmt der Verfasser noch einen kulturphilosophischen Exkurs, durch den er zeigen will, wie sich die Kindlichkeit seit der Zeit der Griechen bis heute mit unterschiedlicher Stärke manifestiert hat. Ausführlich behandelt der Verfasser im 2. Hauptteil „die heutige Lage“. „Der Bezug zum Kindsein“ ist seiner Meinung nach „in eine Krise gekommen“. Es „werden oft von Erwachsenen dem Kinde defiziente Modi seiner Kindlichkeit aufgenötigt, zugleich aber wird auch überhaupt eine Form des Kindbezuges innerhalb der Erwachsenenwelt angeboten …, die es dem Erwachsenen schwer macht, das Bewahrenswerte, von der Schwere des Erwachsenen-Daseins Entlastende, der Kindlichkeit im Leben auszuprägen“.
Der Verfasser sieht es als „bezeichnend für unsere Zeit“ an, „daß Kindlichkeit nicht als beherrschendes Prinzip … dominiert, sondern nur Formen ihrer abstrakte