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Die Verfn. hat aus dem großen Material der Untersuchung über die deutschen Nachkriegskinder von Coerper, Hagen und Thomae (Ref. in Psyche X [1956/57], 816) die Flüchtlingskinder ausgesondert (330 unter 4000). Von diesen hat sie die Gruppe der Schulanfänger mit den übrigen Kindern Einheimischer mit Bezug auf ihr Lebensschicksal und ihre Entwicklung verglichen und auch in jährlichen Kontrollen bis 1955 weiter verfolgt.
Es ergab sich im ganzen das positive Bild einer weitgehend vollzogenen Einordnung der Flüchtlingsfamilien in die ortsansässige Bevölkerung. Traten in den ersten Jahren noch Anpassungsschwierigkeiten auf, die, speziell mit dem Problem der Einschulung verbunden, sich in Schul- und besonders in Sprachschwierigkeiten zeigten, so wurden diese in wenigen Jahren abgelegt. Die Anpassung ging der sozialen Einordnung der Familien, vor allem der Väter im Beruf, parallel.
Eine auffallende, auch von anderen Untersuchern, so auch vom Ref., bemerkte Tatsache muß allerdings erwähnt werden: Unter den männlichen Oberschülern fanden sich anteilmäßig sehr viel mehr Flüchtlingskinder. Das erklärt sich wohl mit dem Aufstiegsstreben und den Sicherungstendenzen der entwurzelten Flüchtlinge, bzw. den Projektionen der Väter auf ihre Söhne, vorzugsweise Erstgeborene, die sich in ihrer Intelligenz keinesfalls von den Kindern der Einheimischen unterschieden. Auch die psychologischen Untersuchungen in Tests und im Gesamteindruck ließen keine wesentlichen Unterschiede beider Gruppen erkennen.
Abschließend. stellt die Verfn. noch kleine Gruppen von je 20 Kindern der Flüchtlinge und der Einheimischen, schließlich Paare von je einem in den gleichen sozialen Verhältnissen aufgewachsenen Kind aus beiden Gruppen einander gegenüber. Diese mit biographischen Angaben mehr ins Detail gehenden Schilderungen zeigen für beide Gruppen, wieviel Sicherheit trotz Schicksalsschlägen (Tod eines Elternteils) dem Kinde vermittelt wird, wenn das Familiengefüge schützend erhalten bleibt.
Der klar gegliederte,