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Von den Veranstaltern dieser Tagung war der Wunsch nach einem kasuistischen Beitrag geäußert worden. Das gibt mir Gelegenheit, an einer Falldarstellung über die Anwendung der psychoanalytischen Theorie auf psychosomatische Erkrankungen zu berichten.
Mit Rücksicht auf die Zeit werde ich keine allgemein gehaltene Einleitung bringen, sondern statt dessen vor der Kasuistik einige Worte über die Modellvorstellung sagen, die wir uns in Heidelberg für das theoretische Verständnis der psychosomatischen Pathogenese gebildet haben, und über die spezielle Pathogenese bei Krankheitsbildern, die in der Klinik zum Formenkreis der Allergie gerechnet werden. Meine Erfahrungen stützen sich dabei hauptsächlich auf Kranke mit Asthma bronchiale, chronischem Ekzem und chronischer Urticaria. Am Beispiel der Behandlung einer Patientin mit chronischer Urticaria werde ich dann Fragen der Behandlungstechnik und der individuellen Psychodynamik darstellen. Bei der Darstellung der Analyse halte ich mich an den Berichtsmodus unserer Klinikseminare, der sich uns gut bewährt hat: Der Darstellung der Krankheitsgeschichte und der Biographie des Patienten folgt eine Zusammenfassung des Behandlungsverlaufs, und schließlich werden einige Stunden referiert, aus denen hervorgehen soll, wie der Arzt mit dem Patienten arbeitet.
Zur Abgrenzung des pathogenetischen Modells der Neurosen, wie es von der Psychoanalyse entwickelt wurde, von der Modellvorstellung für die psychosomatischen Erkrankungen, mit der wir in unserer Klinik arbeiten, möchte ich in roher Skizzierung formulieren: Die neurotische Konfliktebene liegt in einer Lebensperiode, in der die Triebentwicklung die genitale Phase erreicht hat, die Objektbeziehung mit der Ödipussituation zu einer Drei-Personenbeziehung fortgeschritten ist, und die Ichorganisation mit ihren Ichfunktionen, ihren Substrukturen Überich und Ichideal Über einen differenzierten psychischen Apparat verfügt. Dieser differenzierte Apparat gestattet es, psychische Konflikte, wenn au