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Es ist wiederholt darauf hingewiesen worden, daß der Begriff der Übertragung oft zu weitgefaßt angewendet wird. Es besteht die Tendenz, alle Mitteilungen des Patienten, die sich auf den Analytiker beziehen, seine Urteile über ihn und die Einstellung zu ihm in der analytischen Situation ausschließlich als Äußerungen der Übertragung aufzufassen. Schon Fenichel (1941) hat in seinen Aufsätzen über die analytische Technik vor dieser Tendenz gewarnt, und Annie Reich (1960) hat sie vor einigen Jahren erneut kritisiert. Andererseits ist aber auch die Tendenz bemerkbar, den Begriff der Übertragung im Laufe der analytischen Behandlung bloß auf die Beziehung des Patienten zur Person des Analytikers zu beschränken und nur in diesem Zusammenhang zu registrieren. In Wirklichkeit hat der „Wiederholungszwang“ der Übertragung eine viel größere Reichweite. Er wurde von Freud schon frühzeitig in ihrer umfassenderen, allgemeineren, psychosozialen Bedeutung gekennzeichnet.
Im 5. Vortrag, den an der Clark University in Worcester hielt, hob er hervor: „Die Übertragung stellt sich in allen menschlichen Beziehungen ebenso wie im Verhältnis des Kranken zum Arzt spontan her. Sie ist überall der eigentliche Träger der analytischen Beeinflussung (). In der „Selbstdarstellung“ findet sich diese Stelle: „Man darf nicht glauben, daß die Analyse die Übertragung schafft und daß diese nur bei ihr vorkommt. Die Übertragung wird von der Analyse nur aufgedeckt und isoliert. Sie ist ein allgemein menschliches Phänomen, entscheidet über den Erfolg bei jeder ärztlichen Beeinflussung, ja sie beherrscht überhaupt die Beziehungen einer Person zu ihrer menschlichen Umwelt“ (Freud, 1928).
Bedeutungsvoll für unsere Betrachtungen sind audi die Formulierungen von Fenichel: „Alle Handlungen von menschlichen Wesen sind eine Mischung einerseits von Reaktionen, die der realen Situation angepaßt sind, und andererseits von Übertragung. Je mehr Impulse eine Person durch Gegenbesetzung ins Unbewußte verweisen muß, um so me