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Da noch recht oft die Meinung vertreten wird, die Anschauungen über die Psychodynamik, die wir unseren psychotherapeutischen Bemühungen zugrunde legen, insbesondere die psychoanalytischen Theorien, seien mehr oder weniger lediglich theoretische Konstruktionen, ist es von besonderem Interesse zu beobachten, wie vielfach die Selbstdeutungen unserer Patienten in ihren Formulierungen sehr nahe an die theoretischen Darstellungen psychodynamischer Abläufe, wie sie von tiefenpsychologischer Seite gegeben werden, herankommen. Für den psychotherapeutisch und tiefenpsychologisch Interessierten und Orientierten ist dies freilich keine Überraschung, sind doch diese Darstellungen aus den Äußerungen der Patienten selbst geschöpft; es ist aber dennoch immer wieder sehr eindrucksvoll, wie die Patienten aus eigenem Fühlen und Erleben fast wörtlich die—aus dem Erleben vieler früherer Patienten abstrahierten—„lehrbuchmäßigen“ Beschreibungen psychodynamischer Vorgänge nachvollziehen.
Der Vorwurf, die tiefenpsychologischen Überlegungen seien bloße theoretische Konstruktion, wird vor allem häufig gegen das analytische Verständnis der psychodynamischen Entwicklung bei der Psychose, beim Wahn, erhoben. Gerade auf diesem Gebiet läßt sich die Übereinstimmung der Selbstdarstellungen und Selbstdeutungen der Patienten mit unseren theoretischen Überlegungen oft am deutlichsten nachweisen und der erhobene Vorwurf widerlegen. Ganz besonders klar treten solche Selbstdeutungen und ihre Übereinstimmung mit den analytischen Anschauungen über die Psychodynamik im psychotherapeutischen Gruppengespräch zu Tage, weshalb ein gekürzter, sonst aber wortgetreuer Ausschnitt eines Gespräches nachstehend angeführt sei. Die Gruppe besteht einschließlich des Therapeuten aus 14 Mitgliedern; Alpha der Gruppe (im Sinne Schindlers) ist Franz K., ein 40jähriger Kaufmann.
Robert W.: „Ja, mir ist das sehr unangenehm; die ersten Tage auf dem Pavillon, wo ich jetzt bin, habe ich plötzlich immer Stimmen gehört, die neben mir