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Das masochistische Verhalten der Menschen hat unser Verständnis seit jeher auf eine harte Probe gestellt. Die Vorstellung, daß es ein lustvolles Leiden gibt, erscheint uns schwer akzeptabel; die analytische Beobachtung zeigt aber unzweideutig, daß es eine Lust am Leiden geben kann, daß im masochistischen Erleben eine Lustkomponente enthalten sein muß. In den masochistischen Praktiken Perverser und in den masochistischen Phantasien vieler Neurotiker wird das Lustmoment den Individuen bewußt. Dort, wo ein unbewußtes Schuldgefühl (ein Strafbedürfnis) vorherrscht, lehrt uns das Verhalten der ganzen Persönlichkeit, daß die Strafe (der Schmerz oder die Beschädigung der Person) verlangt wird und zweifellos Befriedigung bringt.
Wir können das Problem des Masodiismus anscheinend in zwei verschiedene Fragestellungen aufteilen. Die erste könnte man folgendermaßen formulieren:
Welche Anlässe bringen ein Individuum dazu, die mit Unlust, Leiden, Schmerz verknüpfte masochistische Befriedigung aufzusuchen?
Die zweite tief ergreif ende Frage wäre:
Wie ist es zu erklären, daß Unlust, Leiden, Schmerz mit Lust verbunden sein können, wie ist das mit dem Wesen des Triebes vereinbar?
Mit diesem letzten Problem, das für unser Verständnis wohl nie sein Rätselhaftes verlieren wird, setzt sich Freud in seiner Arbeit „Das ökonomische Problem des Masochismus“1 auseinander. Dort wird als Grundlage jedes masochistischen Erlebnisses der primäre erogene Masochismus angenommen, der „biologisch und konstitutionell zu begründen“, „eine Bedingtheit der Sexualerregung“, „ein infantiler psychologischer Mechanismus, der späterhin versiegt“, sei und „dessen Erklärung nicht ohne weit rückgreifende Erwägung gelingt.“ Freud meint in derselben Arbeit, daß „dieser primäre Masochismus ein Zeuge und Überrest jener Bildungsphase sei, in der die für das Leben so wichtige Legierung von Todestrieb und Eros geschah“. Er sei also der durch Libido gebundene, im Innern wirksam gebliebene Anteil des Destruktionstriebs, durch j