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Beim Studium des Begriffs der Abwehr stößt man in der psychoanalytischen Literatur auf eine Reihe von Problemen, von denen ich einige hier behandeln will: 1. Ist die „Abwehr“ an sich schon eine pathologische Erscheinung, oder dürfen wir von „normalen“ Abwehrmechanismen und Vorgängen sprechen? – 2. In welcher Beziehung steht die Kindheitsneurose zu den Abwehrmechänismen? – 3. Wie steht es mit der Chronologie der Abwehrmechanismen? – 4. Welche Rolle spielen Abwehrvorgänge in der gesamten Ich-Organisation? – 5. Hinsichtlich der praktischen Frage, ob jeder Abwehrprozeß in der analytischen Behandlung aufgelöst werden müsse oder nicht, begegnet man bei Analytikern sehr verschiedenen Meinungen.
Man könnte noch mehr Fragen aufwerfen. Ich will mich hier jedoch auf die Darlegung einiger weniger Gedanken zu den obengenannten Problemen beschränken. Ich beginne mit der ersten Frage.
Können wir von „normaler“ Abwehr sprechen, oder gehört jeder Abwehrvorgang in das Gebiet der Pathologie? Welcher Begriff der Abwehr hat sich in der analytischen Theorie und Praxis als der fruchtbarste erwiesen? Zweifellos hat Freud den Begriff der Abwehr zunächst in Zusammenhang mit psychopathologischen Prozessen benutzt (1894, 1896). Es scheint, daß viele Autoren das Wort heute noch in dieser frühen Bedeutung gebrauchen und den Begriff für neurotische und andere Formen der Fehlentwicklung reservieren möchten, obwohl Freud später, z. B. in „Hemmung, Symptom und Angst“ (1926) die Verbindung zwischen „normalen“ und „pathologischen“ Abwehrmechanismen deutlich machte.
Bei der Erörterung der Beziehungen zwischen „Verdrängung“ und „Abwehr“ empfiehlt Freud (1915) die Rehabilitierung des letzteren Begriffes als einer generellen Bezeichnung für alle die Techniken, deren sich das Ich in Konflikten, die unter Umständen zu einer Neurose führen können, bedient. Die Verdrängung sei nur ein besonderer Abwehrmechanismus unter vielen.
In einem Beitrag zu einem Symposium über Abwehr erwähnt Hoffer (1954) diese Feststellun