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Die genetische Methode hat sich in der Psychoanalyse seit langem bewährt und viel zum Verständnis der menschlichen Psyche beigetragen. Um sowohl das normale als auch das pathologische Verhalten von Menschen zu erklären, verfolgen wir es auf seine Ursprünge in der Frühkindheit zurück. Dennoch ist die genetische Methode nur ein Teil des Vorgehens. Die Erklärung würde einseitig und unvollständig bleiben, wenn wir nicht auch die Reifungsprozesse einschließlich der Entwicklung der verschiedenen Funktionen, der Strukturierung und Differenzierung der Psyche, den Einfluß der Umwelt und die inneren und äußeren Konflikte, welche wieder reaktive und defensive Prozesse in Gang setzen, berücksichtigen würden.
Dies sind natürlich allgemein bekannte und anerkannte Tatsachen. Es ist aber wohl doch nicht überflüssig, sie zu erwähnen; denn sie werden nur allzuoft außer acht gelassen. In manchen psychoanalytischen Arbeiten wird nicht klar zwischen genetischen Determinanten (ich entlehne diesen Begriff von Hartmann) und den Endprodukten der psychischen Entwicklungsprozesse unterschieden, speziell in Verbindung mit der Strukturierung in Es, Ich und Über-Ich und den verschiedenen Funktionen dieser Instanzen. Das kann in zwei entgegengesetzten Richtungen zu unzulässigen Simplifikationen führen. Einerseits werden die Funktionen und Aktivitäten der Ich-Organisation des Erwachsenen oft besdirieben, als seien sie bloße Abwehrmaßnahmen gegen „orale“, „anale“ oder „phallische“ Tendenzen; diese können zwar genetische Determinanten sein, machen aber gewiß nicht das ganze Bild aus. Dieser Mangel an klarer Trennung zwischen Funktion und Genese wurde von Hartmann (1955), Hartmann und Loewenstein (1962) und anderen wiederholt unterstrichen und kritisiert. Andererseits werden Kindheitsprozesse manchmal in aus dem pathologischen Verhalten von Erwachsenen entlehnten Begriffen beschrieben (u. a. von Melanie Klein). Manche Autoren sprechen z. B. von der „sdhizophrenen Ich-Spaltung“ des Kleinkindes. Ohne Fr