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Biographisches aus einer Zeit, in der der Terminus „Entscheidung“ noch Sinn hatte; der Weg des Autors zur Psychoanalyse
und seine Auseinandersetzungen mit ihr; Skepsis gegenüber jenen, die sie zur Anthropologie aufblasen wollten, und gegenüber anderen, welche die revolutionäre Theorie zu einer Theorie der Revolution zu verfälschen gedachten; Schilderung und Auswertung der Erfahrungen des Autors im KZ und die Parallelen, die er zwischen KZ und moderner Massengesellschaft zieht.
Auf zweierlei will dieses Buch hinaus. Zum einen begründen, warum Bettelheim sich, nicht nur in seiner „Orthogenic School“, als Psychoanalytiker den Fragen des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft mehr widmet, als es in diesem Beruf sonst üblich ist; insofern knüpft das Buch an eine verlorene, vielleicht sogar verdrängte Tradition der Psychoanalyse aus einer Zeit an, bevor man sich hierzulande und auch in Österreich fürs KZ entschied. (Es sei erlaubt, die wenigen Thesen Bettelheims zur Psychoanalyse selbst, so diskutierenswert sie sind, hier zu vernachlässigen und mehr das gesellschafts-wissenschaftlich Relevante zu berichten.) Zum anderen ist Bettelheim aufgrund seiner Kenntnis psychodynamischer Prozesse zu einer wichtigen Einsicht gelangt, die gerade wir in Deutschland zu beherzigen haben: Es gilt, schon den kleinsten Anfängen einer als KZ organisierten Gesellschaft zu wehren, sonst ist es zu spät. Ist eine solche Gesellschaft erst einmal konstituiert, ist Bürokratie und Heer in der Hand einer Gruppe, die die Welt von allem Übel glaubt radikal säubern zu können, dann machen Bürokraten und Soldaten und alle Obrigkeitsgedrillten und naiv Wohlmeinenden mit. Die Illusionsbereitschaft der Menschen ist sehr groß, wenn auch diese Eigenschaft ihren Überlebenschancen entschieden zuwiderläuft. Die in den meisten Fällen bedingungslose Kapitulation der einzelnen wird dann nahegelegt von der absoluten Übermacht des Apparates: Das Klammern ans unmittelbare Überleben läßt die menschlichen Züge, a