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L. Binswanger hat auf dem vorangegangenen Symposium 1959 den Einbruch der Psychotherapie der Schizophrenie in die Psychiatrie das zweite große Ereignis in der Geschichte der Psychiatrie nach dem Einbruch der Psychoanalyse Sigmund Freuds genannt. Hält man sich vor Augen, wie unzureichend etwa die Anstaltspraxis und die diese tragende breitere Öffentlichkeit vorbereitet und in der Lage sind, die sich abzeichnenden Neuorientierungen und Wandlungen aufzugreifen und für sich fruchtbar zu mächen, aber auch wie nicht selten für neurosenpsychologisch ausgerichtete Analytiker Resignation naheliegt, wo psychotische Dissoziationen sich zeigen, andererseits Psychosenpsychotherapie vielerorts in Angriff genommen wird, so ergeben sich zahlreiche- Gesichtspunkte, welche die Arbeit dieser Psychotherapeuten notwendig und ihre Erfahrungen der Aufmerksamkeit würdig erscheinen lassen.
In seiner Begrüßungsansprache resümiert G. Benedetti: „Vielleicht das Wichtigste, das die psychodynamische Schizophrenieforschung in jahrelanger Arbeit gezeigt hat, ist weniger der Beweis psychogenetischer Theorien als vielmehr ein Zugang zu der schizophrenen Welt.“ Dieser Hinweis ist wert, besonders herausgestellt zu werden, denn er enthüllt die falsche Alternative Psychogenese — Somatogenese als ebenso irrelevant wie den an sich richtigen Gedanken beidseitiger Ergänzungsreihen als irrlichtig, sofern er dazu verführt, den von der psychodynamischen Forschung eröffneten „Zugang zu der schizophrenen Welt“ durch voreilige Werturteile zu verfehlen.
Die kürzlich verstorbene, durch den nun schon klassischen „Fall Renée“ bekannte M. Sechehaye — in gewissem Gegensatz zu dezidierten Begegnungs-therapeuten auch an metapsychologigischen Unterscheidungen interessiert — erörtert drei Aspekte des schizophrenen Ichs, die freilich nur für die theoretische Erörterung zu trennen sind: das nie zu vernachlässigende Ich des Erwachsenen (der Schizophrene, wie sehr auch regrediert, bleibt Erwachsener), das regredierte Ich, das