You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das dem Andenken B. Stokvis' gewidmete Buch bringt aus dem wissenschaftlichen Nachlaß einige bisher nicht veröffentlichte Aufsätze und weniger bekannte Publikationen, die wertvolle Ergänzungen seiner großen Arbeiten darstellen. Sie kennzeichnen deren anthropologischen Rahmen und spiegeln zugleich eine reiche Welterfahrung, die abwägend-kritische Selbstbescheidenheit, wie auch das profiteor eines jüdischen Arztes wider, der sich als „Exponent des Weltgewissens“ verstand. In der Zeit der NS-Verfolgungen entstanden in Holland die kulturpsychologisch bedeutsamen Reflexionen über den „Einsamen Denker“ und eine Studie über „Verantwortlichkeit“. Der speziellen Situation rassischer Minderheiten gelten die Exposes über „Die Bedeutung kollektiver Schuldgefühle für antisemitische Ausschreitungen“ und „Der Jude als Symbol“. Diese Thematik hat B. Stokvis auch später weiter beschäftigt; er ist ihr 1952 experimentell nachgegangen („Über Entspannung und Tilgung von Schuldgefühlen in Gruppen“).
Der zweite Teil der Veröffentlichung ist auf psychohygienische Belange ausgerichtet, Familien- und Erziehungsfragen, Vorzüge und Nachteile der Massenmedien, die Verhütung psychosomatischer Leiden und Überlegungen zur Kriegsprophylaxe. Ein Bericht über die Gruppentherapie von Asthmatikern bis zur Wiedereingliederung in das Erwerbsleben zeigt dem sozialmedizinisch interessierten Leser Möglichkeiten, Wege und Erfolge der psychotherapeutischen Gruppenarbeit,