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Es ist faszinierend, was Vilma Fritsch, der wir glänzende Beiträge zur Philosophie der Naturwissenschaften verdanken, auf rund 170 Seiten untergebracht
hat. Ihre Betrachtungen reichen von den Theorien über die Entstehung der Seitigkeit, vom chinesischen Mythos über die Pädagogik der Linkshändigkeit und die Illusion des Spiegels, über die Beziehung des Todes zu Rechts und Links und die Seitigkeit im Kunstwerk bis zu der physikalischen „Paritätskrise“ der chinesischen Nobelpreisträger und zum Bildentwurf eines neuen, übersymmetrischen Universums.
Diese große Materialsammlung zwingt Vilma Fritsch zu einer kompendienhaften Darstellung, in der z. B. die 450 Seiten ihres Vorgängers Wilhelm Ludwig über das Rechts-Links-Problem im Tierreich und beim Menschen (Berlin, ) auf wenige Seiten zusammengedrängt worden sind und die Rolle der Rechts-Links-Fragen in der Tiefenpsychologie auf einige Hinweise beschränkt bleibt. So entzieht sich das extrakthafte Buch, das voll ist von wunderbaren Tatsachen und Beobachtungen, einem Referat. Zu rühmen bleibt, wie die Autorin spezialistisches Wissen aus der Vogelschau überblickt und einordnet, bleibt die Leichtigkeit, mit der sie sich selbst in den schwierigen Bereichen der modernen theoretischen Physik bewegt, daß sie trotzdem gerne zum Mythos und zu Ursprüngen zurückkehrt und daß sie trotz der zuchtvcllen Konzentration ihrer Darstellung Platz findet, sich alten Theorien zu widmen, „weil sie den mythenliebenden Menschen teuer waren“. Das sind dann kleine Atempausen zwischen den sehr anspruchsvollen Kapiteln.