You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Werk von Charles Darwin „Der Ausdruck der Gefühle bei Mensch und Tier“ mag manchem jüngeren Psychologen und Biologen selbst dem Namen nach nicht bekannt sein. Da es tatsächlich für beide Gruppen von Wissenschaftlern ein klassisches Werk sein sollte, ist es an sich erfreulich, daß es wieder neu herausgebracht wurde, und damit auch demjenigen, dem die deutsche Übersetzung von J. V. Carus nicht mehr zur Verfügung steht, zugänglich ist. Trotzdem kann die hier vorliegende Ausgabe nicht unbedingt empfohlen werden. Der Herausgeber bemüht sich, den wesentlichen biologischen Aspekt des Werkes in seiner Bedeutung einzuschränken und nimmt ohne nähere Angaben Teile des Originalwerkes aus der Neuausgabe heraus. Es liegt hier also nicht der vollständige Text vor! Es fehlen leider auch die Bilder.
Der Herausgeber schreibt in seinem Vorwort selbst, daß Darwin ursprünglich diese Abhandlung als ein Kapitel seiner „Abstammung des Menschen“ hinzufügen wollte. Nur der Umfang der Darstellung hinderte ihn daran. Wir können schon daraus unschwer ersehen, daß der deszendenztheoretische Aspekt für ihn durchaus von Wichtigkeit war. Durch die Herausnahme gerade solcher Passagen wurde dem Werk seine charakteristische Konzeptionsbasis genommen. Die Neuausgabe hätte nicht durch die subjektive Beurteilung des Editors verfälscht werden sollen; sie wurde dadurch für einen großen Leserkreis unbefriedigend.
Aus dem Vorwort: „Es ist unsere Überzeugung, daß der entwicklungsgeschichtliche Aspekt, da, wo er dominiert, der Wesenserfassung der Ausdruckserscheinungen eher geschadet als genützt hat.“ — Das 40 Seiten lange Nachwort befaßt sich mit den Kritiken über das Werk (Wundt, Spencer, Buytendijk, Klages u. a.). — Dem Psychologen muß zu dieser Ausgabe und dem Begleittext nachdrücklich gesagt werden, daß die moderne Biologie ohne die Deszendenztheorie Darwins nicht denkbar wäre, und daß mit den Arbeiten K. Lorenz' und seiner Schüler seit etwa dreißig Jahren auch das Verhalten (i. w. S.) von Tier urd Men