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Es war ein Zufallsfund, den man mit den vorliegendem Aufsätzen machte, als die Vorbereitungen für den 100. Geburtstag des Dichters (getroffen wurden. Die Entstehung fällt in das Jahr 1890, kurz nachdem Hamsun mit seinem ersten Roman „Hunger“ den literarischen Anfangserfolg errungen hatte. Es ist die Wende von der Neoromantik der Gesellschaftsromane und Stücke mit ihren Typen zum psychologischen Roman des Individuums, der erst in unserem Jahrhundert zur vollen Blüte kam. So kämpft Hamsun mit der „Schule“ wie jeder Reformer, der die Gabe in sich fühlt, über ihre Regeln hinauszuwachsen und etwas Neues zu schaffen.
Wenn Hamsun vom unbewußten Seelenleben und „von den Eingeweiden der Seele“ spricht, so braucht man ihn noch nicht als einen Vorläufer Freuds zu bezeichnen, wie es im Vor- und Nachwort geschieht. In der in einem Vortrag eingeschobenen, vermutlich erdichteten Geschichte vom Spiel des Kindes mit dem Greis ist zwar die unbewußte Psychodynamik mit der Intuition des Dichters erfaßt, es ist ein genialer Funke, der in die Zukunft weist, aber solches findet sich im Werk eines anderen Großen, F. M. Dostojewski, wohl noch häufiger.
Was die Lektüre zu einem literarischen Genuß macht, ist die individuelle Kraft der Sprache, der unverwechselbare Stil eines singulären Schriftstellers. Dabei ist seine oft schonungslose Polemik, die auch vor den großen Brüdern Ibsen und Björnson nicht haltmacht, niemals nur aggressiv oder gar lieblos. Der Vortrag über Modeliteratur wirkt in unserer Zeit der Massenfabrikation literarischer Produkte besonders aktuell.