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Johannes Heinrich Schultz legte zu seinem 80. Geburtstag ein Erinnerungsbuch vor. Er hält, was er dem Leser im Titel verspricht: ein „Lebensbilderbuch“, in Schwarz und Weiß, mit viel Licht und wenig Schatten. Auf 166 Seiten passiert ein langes Leben Revue und mit ihm viele der zahlreichen Persönlichkeiten, denen J. H. Schultz in 80 Lebensjahren begegnete, häufig bedeutende, allermeist bekannte Namen, meist Männer, weniger Frauen.
J. H. Schultz läßt uns seine verschiedenen Identifikationen miterleben, die — nach seinen eigenen Worten — vom Bastardhunde (S. 1) bis zu Herakles (S. 110) reichen. In der Flucht der Erscheinungen bewahrte er sich jedoch eine Identität mit hartnäckiger Konstanz, die eines „unheilbaren Physiologen im organismischen Sinne“ (S. 50, 102).
Wir erleben die Entwicklung seiner Persönlichkeit, vor allem aber seiner Arbeit, erleben ihn aber auch als Menschen, der Werte und Institutionen verteidigt, die „gehässig und tendenziös in den Dreck gezogen“ werden: a) Die hohen Werte guten studentischen Verbindungswesens; J. H. Schultz sah, „wie in Kampfsituationen des Krieges die Fechterziehung zu Haltung und Tapferkeit sich bewährte“ (S. 47); b) den „Geist unserer herrlichen Armee“, deren Ausbildung völlig darauf abgestellt war, „jeden einzelnen Soldaten zu einem selbständigen Vaterlandsverteidiger zu machen … und zu mutigem, opferwilligem Einsatz vorzubereiten“ (S. 51). Die alte Armee verkörperte für J. H. Schultz „das größte Volkserziehungsinstitut, das jemals in Europa existierte …“ (S. 52); c) die verfolgten Juden, denn: „Überhaupt war unter Professoren und Assistenten (der Breslauer Universität, Ref.) das jüdische Element, durchaus zum Vorteil der sachlichen und menschlichen Qualität, stark vertreten“ (S. 60).
Am meisten dürfte den Psychotherapeuten jedoch J. H. Schultzens Weg in der Psychotherapie interessieren, die er um die Einführung des „Autogenen Trainings“ bereichert hat. Seine zahlreichen Bücher und Schriften, die ihn bei Ärzten und Laien zu einem