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Langer (19) bezeichnet die Funktion der Symbolbildung als „eine ursprüngliche menschliche Fähigkeit, so wie Essen, Sehen und Gehen“. Sie spricht von einem seelischen Elementarprozeß und nennt die Symbolbildung „ein elementares menschliches Bedürfnis, das andere Lebewesen vermutlich nicht haben“. Kubie (18) nennt die Fähigkeit zur Symbolbildung „das allein dem Menschen eigene Kennzeichen … das sine qua non der höchsten seelischen und geistigen Fähigkeiten“ und meint, daß die gesamte Psychopathologie des Erwachsenen im Grunde auf der Schädigung dieser Fähigkeit zur Symbolisierung beruhe1.
Seit Bleuler (6) 1911 die Schizophrenie als Schädigung der Denkfunktionen beschrieb, finden wir in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Psychologen und Psychiater, darunter Vigotsky (29), Hanfman und Kasanin (13), Goldstein (12), Norman Cameron (7), Benjamin (4), Beck (3), von Domarus (30) und Angyal (1) — um nur einige zu nennen —, die verschiedene Aspekte dieser Denkstörung beschrieben haben. Sie bezeichnen übereinstimmend als einen Aspekt dieser Störung den Konkretismus und das Wörtlichnehmen des Gedankens. Sie haben verschiedentlich ausgeführt, daß der Schizophrene weder in bildlichen (einschließlich der metaphorischen) Begriffen noch in Abstraktionen denken kann, noch in allgemein anerkannten Bildern und Symbolen.
Bateson et al. (2) meinen, daß der Schizophrene zwar Metaphern benutzt, aber nicht im allgemeinverständlichen Sinn. Werner (32 a) hat dies meines Erachtens sehr richtig als Regression auf eine primitive Denkstufe beschrieben. Er vergleicht es mit den Forschungsergebnissen bei Kindern und Angehörigen sogenannter Primitivkulturen, auf deren Denkstufe noch kein Unterschied zwischen konkretem und metaphorischem Denken besteht. Wir können daher sagen, daß der Schizophrene, so wie er nicht wirklichkeitsnahe in einer allgemeinverständlichen Metapher denken kann, auch unfähig ist, mit echten konkreten Begriffen, die frei von animistisch-metaphorischer Überlagerung sind, zu operier