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Aufgabe und Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist es, aus der Gesamtheit der psychoanalytischen Einsichten in den Aufbau und die Entwicklung der Persönlichkeit einen Mechanismus, den der Identifizierung, herauszugreifen.
Zunächst werde ich eine skizzenhafte Darstellung der theoretischen Erkenntnisse und ihrer Bedeutung für ein besseres Verständnis der Persönlichkeitsentwicklung von der Geburt bis zur Reife geben. Dann werde ich einige praktische Folgerungen ziehen und schließlich diskutieren, was eine Anwendung der Kenntnis des Identifizierungsmechanismusses auf den Gebieten der Psychologie, der Pädagogik und der Kindertherapie zu leisten vermag. Auf die pathogene Wirkung der Identifizierung und ihre Äußerung in der Symptombildung möchte ich gerne an anderer Stelle ausführlicher zurückkommen und lasse sie hier unberücksichtigt.
Freud (1905) bezeichnete die Einverleibung des Objektes in der ersten oralen Phase, in der Sexualtätigkeit und Nahrungsaufnahme noch nicht voneinander getrennt sind, als „das Vorbild dessen, was späterhin als Identifizierung eine so bedeutende psychische Rolle spielen wird“.
Später (1921) betont er, ebenso wie Fenichel (1937), daß alle weiteren Identifizierungen als Regressionen auf diese primäre Stufe betrachtet werden können. In Hartmanns Arbeiten finden wir Zweifel ausgedrückt, ob das, was wir unter dem Mechanismus der Identifizierung in späteren Reifungsvorgängen verstehen, tatsächlich diesen frühen seelischen Prozessen ganz entspricht. Fenichel schreibt ferner, daß diese primäre Identifizierung, nach dem Modell der Introjektion, die erste Auseinandersetzung mit der Objektwelt überhaupt und somit Vorläufer jeder Objektbeziehung ist. Das Erkennen der Umwelt, die ersten Wahrnehmungen, das lustvolle In-den-Mund-Stecken, die ersten motorischen Reaktionen sowie die ersten Nachahmungen von Ausdrucksbewegungen stellen sämtlich die früheste Äußerung einer Gefühlsbeziehung zu einer anderen Person durch orale E