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Das Problem des Determinismus wurde bisher in der psychoanalytischen Literatur noch nicht systematisch behandelt. Gelegentlich wird auf den Determinismus verwiesen, meist mit der Betonung, daß er ein wesentlicher Bestandteil der wissenschaftlichen Methodik und daher ein Eckpfeiler der Psychoanalyse als wissenschaftlicher Psychologie sei.
Freud hat sich mehrere Male mit diesem Thema beschäftigt: in einigen Fällen, um die analytische Grundregel der Assoziation zu rechtfertigen; sie beruhe auf dem Prinzip des Determinismus, demzufolge nichts im Bewußtsein zufällig, ohne Grund, auftauchen könne; in anderen Fällen, um sein Interesse an jedem, auch dem banalsten Detail des täglichen Lebens und seine Bereitschaft zu begründen, es als Ausdruck einer psychischen Tendenz anzusehen. Man merke, sagt Freud, „daß sich der Psychoanalytiker durch einen besonders strengen Glauben an die Determinierung des Seelenlebens auszeichnet. Für ihn gibt es in den psychischen Äußerungen nichts Kleines, nichts Willkürliches und Zufälliges; er erwartet überall … eine ausreichende Motivierung“1. Freud spricht von seiner „hohen Meinung von der Strenge der Determinierung seelischer Vorgänge“2, von „der strengen und ausnahmslos geltenden Determinierung des seelischen Lebens“3 oder von seinem „Zutrauen zur Strenge der Determinierung im Seelischen“4. Man muß sich jedoch fragen, was Freud im Sinn hatte, wenn er Ereignisse als „determiniert“ bezeichnete: Mußte man immer die notwendigen und hinreichenden Bedingungen eines Vorgangs finden, oder genügte es, notwendige Bedingungen aufzuzeigen? Daß bestimmte Bakterien vorhanden sind, ist eine notwendige Bedingung für eine Tuberkulose, aber sie ist nicht zugleich die hinreichende Bedingung; der Zustand des Gastorganismus ist ebenfalls von Wichtigkeit. Wenn wir nun sagen, eine Tuberkulose sei nicht Sache des Zufalls, sondern determiniert, meinen wir entweder, daß wir die für den Ausbruch der Krankheit notwendigen und hinreichenden