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Meinen Ausführungen möchte ich ein Zitat von M. Balint aus seinem Buch „Psychotherapeutische Techniken in der Medizin“1 vorausschicken: „Die klassische Klinikuntersuchung ist fast ausschließlich psychologischer und anatomischer Art, die, um den von John Rickman geprägten wichtigen Begriff zu benutzen, zur einpersonalen Biologie oder Psychologie gehören. Eine psychiatrische Untersuchung ist in solcher Beschränkung nicht denkbar, sie ist ihrem Wesen nach eine Untersuchung zwischenmenschlicher Beziehungen und gehört demnach zur bipersonalen Biologie oder Psychologie.“ „Alles, was sich dort ereignet, stellt eine Wechselwirkung zwischen zwei Menschen dar, wobei jeder auf die Bedürfnisse und Forderungen des andern auf seine individuelle Weise reagiert. Oder mit anderen Worten, das psychiatrische Interview ist die Summe der Reaktionen des Patienten auf diesen Arzt in diesem Moment in dieser Umgebung — und da keiner dieser spezifischen Umstände aus dem Interview ausgeschaltet werden kann, ist es in Wirklichkeit die Wechselwirkung, die untersucht wird. Daher wird das, was in der klinischen Untersuchung ein Störfaktor ist, zum eigentlichen Herzstück der psychiatrischen Untersuchung.“
Für den bereits sachkundigen Psychotherapeuten besagt diese Feststellung Balints, daß jedes Interview auch als eine analytische Situation aufgefaßt und von spezifischen Übertragungsmomenten zu diesem Interviewer und zu dieser Umgebung in diesem Moment geprägt wird. Die verschiedenartigen Mitteilungen des Patienten wie verbale Informationen, Verhaltensangebote, induzierte Vorstellungen des Interviewers usw. gruppieren sich um oder besser, kristallisieren sich an dieser zwischenmenschlichen Beziehung, dem Herzstück der Untersuchung, wie Balint es nennt, aus und erhalten von diesem Aktionszentrum eine Anordnung, die dazu führt, daß das Problem des Patienten sich in charakteristischer Weise vor den Augen dieses Untersuchers entfaltet.
Manchen von Ihnen wird eine solche Auffassung selbstverständlich ers