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Das Buch der Verff. behandelt ein schwieriges und gleichzeitig bedeutsames Gebiet, nämlich die im Kindes- und Jugendalter so häufigen nervösen Störungen mit ihren Auswirkungen auf Organfunktionen, in einer bemerkenswert klaren, zurückhaltenden und dennoch überzeugenden Diktion. Die Verff. sind englische Kinderärzte, die über eine große pädiatrische Erfahrung in Klinik und Praxis verfügen und gleichzeitig auch einen engen Kontakt zum Kinderanalytiker — der eine von ihnen zum Londoner Arbeitskreis Anna Freuds — gewahrt haben.
Die Frucht dieser Zusammenarbeit konnte nicht ausbleiben: Ob es um die einleitende allgemeine Darstellung psychosomatischen Denkens oder die nachfolgende, sorgfältig abgehandelte der funktionellen Störungen der verschiedenen Organsysteme im Verlaufe der kindlichen Entwicklung geht, immer wird eindrücklich auf die emotionalen Zusammenhänge, die Auswirkungen einer emotionalen Streß-Situation hingewiesen. Letztere wird vielleicht etwas zu allgemein, schablonenmäßig angeführt, und Kinderanalytiker werden die subtilere Aufdeckung tiefenpsychologischer Zusammenhänge vermissen. Man sollte jedoch nicht vergessen, daß dieses Buch primär an den Arzt in der Praxis gerichtet ist, und für dessen Anliegen erfüllt es zweifellos mit seinen klaren klinischen Bildern und ausführlichen Familiengeschichten der erkrankten Kinder seinen Zweck.
Der gut gewählte Ausdruck „familiäres Verhaltensmuster“ weist auf die Bedeutung prägender Milieueinflüsse im Identifizierungsgeschehen des Kindes hin, die uns unter den Begriff der „Symptomtradition“ (Mitscherlich) geläufig sind. Die körperlichen Antworten auf psychische Einflüsse werden an einem derartigen Familienschema aufgezeigt. Nach der Abhandlung der für den praktischen Arzt wichtigsten psychosomatischen Reaktionen und Krankheiten gehen die Verff. auf spezielle Probleme der Kinderheilkunde, wie Ernährung und Ernährungsstörungen, das schwächliche und gebrechliche Kind, sowie die sekundären Auswirkungen von Krankheiten in der