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Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte der Versorgung alleinstehender Kinder befaßt sich der Autor mit den Grundvoraussetzungen für die gesunde seelische Entwicklung des Kindes. Vor allem wird auf die Bedeutung der Mutter eingegangen, deren liebevoller Zuwendung das Kind in den ersten Lebensjahren bedarf, um sich normal entfalten zu können. Weiterhin wird die Rolle des Vaters für das heranwachsende Kind und die Bedeutung des Familienverbandes abgehandelt. Die Schilderung der traditionellen Waisenhäuser mit ihrem familienunähnlichen Aufbau, dem häufigen Wechsel und dem Mangel an Pflegepersonal macht dann deutlich, daß diese Häuser nicht in der Lage sind, dem alleinstehenden Kind günstige Bedingungen für eine gesunde seelische Entwicklung zu bieten. Konsequenterweise sind Entwicklungsrückstände und Fehlentwicklungen bei Kindern aus solchen Heimen die Regel.
In einem weiteren Kapitel wird die Situation des alleinstehenden Kindes in der Ersatzfamilie beschrieben. Es werden die speziellen Probleme der Adoptivfamilie, der Pflegefamilie und der institutionellen Pflegefamilie (z. B. der SOS-Kinderdörfer) untersucht. Dabei wird herausgestellt, daß dann, wenn sich die Kinder an eine Ersatzmutter anschließen können, eine ungestörte Entwicklung möglich ist. Dies ist vor allem bei den Adoptivkindern der Fall und bei den Kindern in institutionellen Familienpflegestellen, die dauernd bei ein und derselben Pflegemutter bleiben können. Problematischer ist die Situation dann, wenn Kinder in Pflegefamilien sind und die leibliche Mutter noch Ansprüche stellt, wenn sie die Liebe des Kindes behalten oder wieder erringen möchte. Die sich daraus ergebenden Komplikationen und seelischen Belastungen müssen sich ungünstig auf das Kind auswirken und prädestinieren zu Fehlentwicklungen, die ausführlich besprochen und begründet werden.
Einen besonderen Raum nimmt die Schilderung der Situation in den institutionellen Familienpflegestellen (SOS-Kinderdörfer, Münchener Waisenhaus) ein, weil