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Es ist gewiß nicht leicht, in einer Rezension die praktische und theoretische Bedeutung dieses kürzlich erschienenen Buches dem Leser auch nur annähernd nahezubringen. In klarer, übersichtlicher Schreibart konfrontiert uns die Autorin mit einem so straff aufgebauten und ineinandergefügten Inhalt, daß die durch eine Rezension geforderte weitere Kondensierung kaum möglich ist, ohne Unordnung in die Ordnung zu bringen.
Wenn der Rezensent dennoch bereit ist, sich einer solchen Gefahr auszusetzen, indem er einzelne Themen herausgreift, so geschieht das in der Hoffnung, die Neugierde des Lesers für dieses wichtige Werk der psychoanalytischen Wissenschaft zu wecken. Wie der Titel besagt, beschäftigt sich die Autorin nicht nur mit der Diagnose der pathologischen Entwicklung des Kindes, sondern auch mit der Einschätzung und Beurteilung dessen, was man als normale Entwicklung bezeichnen kann. Auf diesen Gebieten kann uns die Autorin aufgrund ihrer theoretischen und praktischen Kenntnisse ungewöhnliche Einsichten vermitteln.
Drei Quellen, aus denen sich die analytische Kinderpsychologie entwickelt hat, werden genannt:
1. Rekonstruktionen aus der Erwachsenen-Analyse, 2. die Kinderanalyse selbst, 3. die direkte Beobachtung der Kinder.
Wie uns die Anmerkungen des amerikanischen Herausgebers belehren und gewiß dem deutschen Leser bekannt sein wird, hat Anna Freud an der Entwicklung der kinderanalytischen Techniken selbst intensiv teilgenommen und ihr Leben der Anwendung dieser Technik gewidmet. Sie vermag uns deswegen in übersichtlicher Weise die Wirkung der oben genannten drei Quellen auf die Entwicklung der kinderanalytischen Technik zu zeigen. Es wird dargestellt, wie eine normale Entwicklung aussieht, wie wesentliche Leistungen des sich entwickelnden Individuums gefördert oder behindert werden können, daß jede Entwicklung Spannung enthält, Konflikte unumgehbar sind, und wie die Variationen der Normalität zu entstehen vermögen.
Die Autorin hat ein begriffliches Schema ausgearbeitet,