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In letzter Zeit wurde dem Problem der Adoption wachsende Aufmerksamkeit zugewendet, es wurde jedoch mehr auf das Problem des Adoptivkindes, weniger auf das der Adoptivmutter eingegangen. So bringt ein kürzlich veröffentlichter Artikel in den „Archives of General Psychiatry“ reiches Material über die Technik der Adoption und über das Problem des Kindes, aber auch hier wird kaum über die Probleme der adoptierenden Eltern gesprochen. Es wird nur die Unsicherheit der Eltern beim Vorgang der Adoption erwähnt, die Sorge, wie man dem Kinde die Tatsache der Adoption mitteilen sollte, die Furcht vor Vererbung pathologischer Eigenschaften im Falle von Entwicklungsschwierigkeiten des Kindes. In jenem Artikel wird auch u. a. eine Arbeit von H. D. Kirk zitiert, die einiges Material über die mannigfaltigen Probleme enthält, denen Adoptiveltern gegenüberstehen: es werden Fälle erwähnt, in denen die Adoptiveltern immer wieder den Adoptiv-Status des Kindes erwähnen; Fälle, in denen den Adoptiveltern ihre Elternrolle durch die umgebende Gesellschaft, die immer wieder den Unterschied der Eltern-Kind-Beziehung in der Adoptiv-Situation betont, erschwert wird; ferner wird die Schwierigkeit erwähnt, dem Kind z. B. den Sachverhalt seiner außerehelichen Geburt mitzuteilen. Aber auch in diesem Artikel wird gesagt, daß weitere Untersuchungen dieser Probleme notwendig seien, besonders das Studium der bewußten und unbewußten Vorgänge zwischen Adoptiveltern und Adoptiv-Kind.
Helene Deutsch widmet in ihrem Buch „Die Psychologie der Frau“ dem Problem der Adoption ein ganzes Kapitel. Auch sie erwähnt, daß mehr über die psychischen Vorgänge beim Adoptivkind als bei der Adoptivmutter veröffentlicht worden ist. Das Adoptivkind könne gewiß ein volles Äquivalent für die biologische Mutter in der Adoptivmutter finden, vorausgesetzt, es wird ihm die „biologisch determinierte Befriedigung und entsprechende emotionale Atmosphäre“ geboten, aber auch die Adoptivmutter kann durch die Adoption eines Kindes zur v