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Unter dem Begriff des „Sonderkindes“ faßt der Verfasser sowohl das emotional gestörte, das geistesschwache und geisteskranke, als auch das senso-motorisch-defekte Kind zusammen, um zuletzt in diesem Rahmen auch das Pflege- und Adoptivkind zu besprechen. Es ist das Anliegen des Verfassers, den Eltern Wege der Hilfe für diese Kinder aufzuzeigen. Er ist zunächst bestrebt, das familiäre Feld mit seinen vielfältigen Interaktionen, beim gesunden wie beim gestörten Kind, abzuklären. Hier kommt eine wesentliche Bedeutung der jeweiligen elterlichen, insbesondere mütterlichen (statischen) Haltung wie ihrem (dynamischen) Verhalten zu. Diese Beziehungen zwischen Mutter und Kind sind beim Sonderkind weitgehend und auf mannigfache Weise gestört. Zur Beeinflussung und Beseitigung von Fehlhaltungen, die primär und —reaktiv auf ein elterliches Versagen — sekundär vom Kinde ausgehen können, ist eine subtile Kenntnis der mütterlichen Einstellung — ihrer Ängste, Schuldgefühle, Abhängigkeit, Verdrängung u. a. — die notwendige Voraussetzung.
Verf. gibt Hinweise für den Umgang mit den Müttern dieser Kinder, um sie überhaupt zunächst zum Gespräch zu bringen. Er fordert als dessen Grundlage ein offenes Vertrauen mit konstruktiv sachlicher Aufklärung über das Leiden des Kindes und seine Prognose, soweit letztere überhaupt zu stellen ist. Gruppenzusammenkünfte der Mütter können erleichternd wirken, während bei stärkerer Abwehrhaltung der Mutter zu einer Psychotherapie zu raten ist.
Das Schicksal, ein hirngeschädigtes, entwicklungsrückständiges Kind zu haben, wird in einer Kultur mit dem Stereotyp eines idealisierten gesunden Kindes nur schwer von der Mutter angenommen und zunächst mit Schuldgefühlen und Abwehr, später mit überprotektiver Bemühung beantwortet. Das An-Sich-Binden und Nicht-Großwerden-Lassen des Kindes vermehrt aber dessen Hilflosigkeit und erschwert seine notwendige Reifung und Ablösung. Bei dieser neurotischen Mutter-Kind-Bindung gerät der Vater in der Familie leicht in eine Iso