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In Ermanglung von nahegelegenen Hilfsschulen oder Hilfsschulklassen müssen viele geistesschwache Schüler in den Normalklassen der Volksschule unterrichtet werden. Diese Kinder stellen an den Lehrer besondere Anforderungen, weil sie einer individuellen Führung bedürfen. Ohne spezielle Hilfestellungen, die jeweils variiert und auf den einzelnen Hilfsschüler zugeschnitten sein müssen, können debile Kinder nicht ihren Möglichkeiten entsprechend gefördert werden.
Die vorliegende Arbeit macht den Lehrer mit den pädagogischen und methodischen Problemen, die sich im Unterricht mit debilen Kindern ergeben, bekannt. — Im 1. Teil wird die Situation des Geistesschwachen in Schule und Alltag beschrieben. Der Autor befaßt sich hier mit psychologischen und pädagogischen Grundlagen und stellt die Problematik der Erziehung und Bildung des Hilfsschülers in einer Umwelt, die auf seine Schwäche keine Rücksicht nimmt, heraus. Dabei wird besonders auf die Persönlichkeitsentwicklung des geistesschwachen Schülers eingegangen.
Im 2. Teil der Arbeit wird die Bildung und Erziehung des Geistesschwachen im Rahmen der Normal-Klassengemeinschaft behandelt. Dabei wird unter Einbezug der vorangegangenen Ausführungen versucht, dem Lehrer Verständnis für die schwierige Situation des debilen Kindes zu vermitteln und ihm konkrete Hilfen und Hinweise, die den Auffassungs- und Erlebnisweisen des Geistesschwachen Rechnung tragen, für den pädagogischen Vollzug zu geben. Ausführliche Literaturangaben helfen dem Interessierten, sich noch umfassender zu informieren und sich intensiver mit diesen Problemen auseinanderzusetzen. Jedem Lehrer, der geistesschwache Kinder unterrichtet, ist diese gut fundierte Arbeit zu empfehlen, weil sie viele Einsichten vermittelt. Auch dem erfahrenen Praktiker vermag sie neue Anregungen zu geben, auf welche Weise der geistesschwache Schüler gefördert und zur Entfaltung seiner beschränkten Möglichkeiten gebracht werden kann.