You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Das Buch eröffnet eine Schriftenreihe über Psychoanalyse, die, nach dem vorliegenden Band zu urteilen, sowohl der zusammenfassenden gemeinverständlichen
Unterrichtung als auch der detaillierten Darstellung einzelner Problemkreise dienen soll.
Von einer gründlichen Kenntnis der Quellen geführt, leitet S. Nacht diesen ersten, der „Geschichte der Psychoanalyse“ gewidmeten Band ein. Der Titel seines Beitrags lautet „Die Vorläufer Freuds“ — ein Thema, dessen Behandlung durch einen französischen Autor besonders gerechtfertigt erscheint, hat doch Freud in Frankreich entscheidende Antriebe erfahren. Um das eigentlich Revolutionäre der Freudschen Psychoanalyse zu ermessen, skizziert Nacht zunächst die Entwicklungsgeschichte der Psychiatrie seit Pinel. Ihre Orientierung an der Cartesianischen Trennung von Körper und Geist machte sie jeder psychischen Ätiologie unzugänglich. Es war Freud, der diesen wirklichkeitsfernen Dualismus brach und so den Grund für eine echte Medizinische Psychologie legte. Doch auch für Freud gab es keine „génération spontanée“. Charcot, Bernheim, Liébault, Janet, Mesmer und Breuer waren es, die hier wegbereitend vermittelten. Charcot war Neurologe, Janet Psychologe, die anderen Allgemeinmediziner. Offensichtlich machte dieser Mangel an psychiatrischem Dogmatismus offener für pathogenetische und therapeutische Wirklichkeiten.
Im 2. Kapitel behandeln F. Pasche und F. Richaud „Leben und Werk Freuds“. Mit dem Blick für den wesentlichen Gedanken stellen sie Freud im elterlich-familiären und sozialen Umkreis vor, erinnern an die bedeutsamsten Abschnitte seines Lebens und skizzieren unter dem sachgemäßen Leitgedanken der „organischen Einheit“ die wesentlichsten Prinzipien und Leitlinien der Lehre. Obwohl dieser Abriß wenig Neues beizutragen hat, bleibt er als historische Zusammenfassung sowohl für den Laien als auch für den Studenten lesenswert. Letzterem wird er vor allem helfen, Ordnung in seine oft disparaten Kenntnisse über die Psychoanalyse zu bringen.
D