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Das vorliegende Buch basiert auf einer elfjährigen Erfahrung der Autorin in der „Erziehungsberatungsstelle des Psychologischen Instituts der Universität Münster“ und der damit verbundenen Ausbildung von Psychologiestudenten. Die Autorin hat in der Entwicklungspsychologie durch ihre empirische Arbeit über den kindlichen Trotz, worin sie das Dogma von der phasenspezifischen Endogenität des Trotzalters gebrochen hat, sich bereits einen Namen gemacht.
Interviewtechnik und Anamnesenschema sind in hohem Maße von dem wissenschaftlichen Ort des jeweiligen Autors und der Funktion der Institution, aus welcher sie stammen, abhängig. Wir möchten den Standort der Verfasserin als „eklektisch“ bezeichnen und uns dabei auf ihre eigene Aussage bezüglich der Grundlagengebiete der Erziehungsberatungsanamnese stützen. Sie nennt als vorauszusetzende Grunddisziplinen die „Persönlichkeitspsychologie, Entwicklungspsychologie, Tiefenpsychologie, Kinderpsychiatrie, Kinderheilkunde und Heilpädagogik“. In den meisten Beratungsstellen wird eine derartige Vielfalt der Aspekte durch die Mannigfaltigkeit der Aufgaben — Untersuchung von entwicklungsgestörten Kindern, organisch geschädigten Kindern, Beratung in Ein- und Umschulungsfragen, Fragen der Unterbringung von Mindersinnigen und Schwachsinnigen und endlich Äußerungen zu sozialfürsorgerischen Maßnahmen (z. B. Adoptionen, Sorgerechtsregelungen und Verkehrsrechtsregelung) — bedingt. In dem ersten größeren Abschnitt „Durchführung der Anamnese“ weist die Verfasserin auf die beiden grundsätzlichen Möglichkeiten „freies, assoziatives Interview“ und „gezielte Fragestellung“ hin. Die Autorin erkennt durchaus die Möglichkeiten, welche in der freien Entfaltung der Beziehungsperson des Kindes (Mutter) liegen, an und sieht die oft hier bereits vorhandenen konsultativen und therapeutischen Ansätze. Andererseits betont sie, daß eine gewisse Fakteneruierung durch die Aufgabenstellung der Erziehungsberatungsstelle einfach notwendig ist und diese in dem anamnes