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Wheelis' Buch handelt im Grunde von dem, was Freud schon 1930 „das psychologische Elend der Massen“ nannte: die innere und äußere Orientierungslosigkeit jener, die „Masse“ zu nennen den Identitätsverlust bereits verrät. Es ist „kein im strengen Sinne wissenschaftliches Buch — schon von der Form her. Um den Wandel des „Gesellschaftscharakters“ — jenes aus den gesellschaftlichen Verhältnissen hervorgehenden Durchschnittsmenschen — scharf zu umreißen, flicht Wheelis offensichtlich autobiographische Skizzen aus Kindheit und Jugend ein, denen leider das heutige Pendant, keineswegs aber die Ausdruckskraft fehlt. Wheelis schreibt populär, es ist ein amerikanisches Buch. Das ist, wenn ein Thema auf breiter Basis ins Bewußtsein gehoben werden soll, sicher kein Nachteil; genausowenig wie eine ganze Reihe von Einzelheiten, mit denen man sich nicht einverstanden erklären kann. Was in diesem Fall zählt, ist die Intention, eine Frage von weitreichender Bedeutung anzuschneiden.
Im institutionalen Prozeß der Kultur — dem, was Gehlen das ideative Bewußtsein nennt — entdeckt Wheelis eine Parallele zum Primärprozeß: Bedürfnisse stehen dahinter, die keinen Aufschub dulden. Die Ideologiebildung schließt gewissermaßen immer augenblicklich die quasi anthropologische Lücke zwischen dem instrumentalen Prozeß — der Parallelen zum Sekundärvorgang aufweist —, also dem Grad der jeweiligen Naturbeherrschung und der Ungeklärtheit des Lebens schlechthin; die Lücke wird mit aus der Angst erwachsenden Phantasien ausgefüllt. Wheelis greift die Theorie des cultural lag auf: Der Widerspruch zwischen dem sich entwickelnden instrumentalen Prozeß und dem Panzer des Institutionellen, der kollektiven Abwehr, äußert sich in gesellschaftlichen Spannungen.
Die Entzauberung der Welt, die Entfaltung des instrumentalen Prozesses, hat alle „Werte“ aufgelöst. Wenngleich es unbenommen bleibt, unverbindlich Gewordenes wie die Religion weiter anzuerkennen, so regieren doch andere Gesetze, rationale, instrumentale Verfah