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Die Hysterie, an der Sigmund Freud die psychoanalytische Methode und Theorie entwickelte, ist in ihrer Vielgestaltigkeit ein faszinierendes Gebiet der Medizin geblieben. Ihre analytische Behandlung ist ein dankbares Kapitel der Psychotherapie, nicht nur weil hier therapeutische Erfolge häufig sind und wir einem in seiner Psychodynamik überschaubaren psychischen Geschehen gegenüberstehen, sondern auch, weil die Hysterie immer wieder Material zu neuem Durchdenken unserer psychoanalytischen Theorie liefert und enge Verbindungen zu den Nachbardisziplinen der Soziologie und der Kulturanthropologie knüpft. Es wird unmöglich sein, das Thema systematisch und erschöpfend zu behandeln, dafür ist es zu umfangreich und zu differenziert. Ich möchte mit einigen Hinweisen Wesentliches unterstreichen, Leitmotive des Themas hervorheben und an Hand einiger neuerer Arbeiten aus der Literatur Gedanken zum Hysterieproblem vorlegen, in der Hoffnung, die Diskussion damit anzuregen und zu bereichern.
Es sei darauf verzichtet, vor-psychoanalytische Auffassungen zur Hysterie darzulegen und auf alte, vielleicht sogar nicht beendbare Kontroversen einzugehen. Wenn man von den psychodynamischen Kriterien absieht, die die Psychoanalyse für die Diagnose „Hysterie“ entwickelt hat und auf die noch eingegangen werden soll, dann ist es in der Tat schwierig, in klinischer, diagnostischer Hinsicht Klarheit zu gewinnen.
Michael Perley und Samuel Guze haben 1962 in einer katamnestischen Untersuchung die Auffassung vertreten, daß es möglich sei, die Diagnose Hysterie zu stellen, wenn sie auf definierten klinischen Kriterien beruht. In 90% ihrer Fälle blieb das klinische Bild über Jahre unverändert, und es entwickelte sich keine andere organische Krankheit, die für die ursprünglichen Symptome verantwortlich gewesen wäre.
Eine völlig entgegengesetzte Auffassung hinsichtlich der Diagnose Hysterie hat kürzlich E. Slater (1965) vertreten. Er gab einen Literaturüberblick mit den bekannten Forderungen nach positiven