You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Leitsatz für den VI. Internationalen Psychotherapiekongreß waren die „neueren Entwicklungen in der Psychotherapie“. Jede der vormittäglichen Plenarsitzungen enthielt ein bestimmtes Thema, nämlich „Kindheit“, „Erwachsenenalter“ sowie „Psychodynamische Vorgänge innerhalb kleinerer und großer Gruppen“. Auf diese Weise sollte einesteils demonstriert werden, wie sehr — nach Art „teilnehmender Beobachter“ — Psychotherapeuten in den weitgespannten Rahmen menschlicher Aktivitäten einbezogen sind. Anderenteils ging es um die Aufzeigung enger gegenseitiger Beeinflussungen („useful penetration“, H. Hartmann) mit wissenschaftlichen Nachbardisziplinen, z. B. Psychologie, Soziologie, Ethologie, Epidemiologie.
Die beiden Herausgeber gliedern den Verhandlungsbericht in vier Teile, nämlich „Hauptvorträge“ (22 Vorträge), „Psychotherapie des Adoleszenten“ (10 Vorträge), „Psychiatrische Familienstudien“ (8 Vorträge), „Ausgewählte Vorträge“ (19 Vorträge). Der gesamte Bericht enthält vorzügliche Beiträge, die auch Leser einer „Zeitschrift für Psychoanalyse und ihre Anwendungen“ interessieren. Anhand der Hauptvorträge geben wir einige Beispiele. A. Freud berichtet über neuere Entwicklungen in der Kinderanalyse; sie gibt theoretische, technische sowie nosologische Aspekte wieder und zeichnet Zukunftsperspektiven auf. A. Dührssen geht von der Überlegung aus, daß man weitreichende medizinalpolitische Reformprogramme in Angriff nehmen müsse, wenn sich herausstelle, daß langfristige analytische Psychotherapie wirklich bedeutungsvolle Behandlungserfolge bringe, die nicht mit anderen therapeutischen Mitteln erreicht werden könnten. Sie diskutiert dies anhand vergleichender therapeutischer Untersuchungen bei Erwachsenen sowie anhand katamnestischer Befunde bei Kindern und Jugendlichen. J. Ruesch entwickelt unter dem Titel: „Psychotherapy for the Well and Psychotherapy for the Ill“ seine bekannten Thesen zur „nicht-verbalen Kommunikation“. G. Benedetti gibt einen ausgezeichneten Überblick der psych