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Für Theologen und deren Mitarbeiter sicher ein begrüßenswertes Buch. Ein Arzt vermittelt eine sehr einfache Einführung in die Neurosenlehre und in die Auffassung der verschiedenen tiefenpsychologischen Schulen. Aus der Sicht des protestantischen Theologen wird dann die Beziehung des Seelsorgers zur Psychotherapie untersucht. Die alte Theorie von Thurneysen, daß Seelsorge nur an das gepredigte Wort gebunden sei, wird endgültig zu Grabe getragen (siehe auch die Besprechungen der Bücher von Hans Schär: Seelsorge und Psychotherapie, Psyche XVIII, S. 795, und von Dietrich Rössler: Der ‚ganze‘ Mensch, Psyche XVII, S. 794). Die Sorge um den Menschen soll auch bei der Seelsorge im Vordergrund stehen.
Kurth fragt dann, in welchen Situationen der Seelsorger mit dem Psychotherapeuten in Kompetenzschwierigkeiten geraten könnte. Zuerst wird die Notwendigkeit einer verständnisvollen Teamarbeit betont. Es bedürfte jedoch eines außenstehenden Beobachters, um die wirklichen Schwierigkeiten in einer Zusammenarbeit von Arzt und Pfarrer analysieren zu können. Kurth fragt weiter, ob nicht auch die Theologie ein gesundes Menschenbild zur Verfügung habe, welches das psychologische Bild ergänzte, und ob der Seelsorger nicht etwas anderes als Gesundmachen verstehe, wenn er einen Heilsweg, eine Erlösung anstrebe. Dies scheint ein Ansatz zu sein, der geeignet ist, aus den Kompetenzstreitigkeiten herauszuführen.