You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Seit Minna Becker 1926 ihre „Graphologie der Kinderschrift“ veröffentlichte, ist die Schriftanalyse bei Kindern und Jugendlichen ein wichtiges diagnostisches Hilfsmittel geworden. Allerdings sind Kinderschriften nicht so ergiebig wie die Schriften
Erwachsener, weil Kinder in viel stärkerem Maße an die Schulvorlage gebunden sind. Es fallen dadurch in ihren Handschriften zahlreiche Merkmale aus, die für eine charakterologische Beurteilung wichtig wären. Aus diesem Grunde begnügt man sich in der Praxis auch niemals mit der Ausdeutung einer Handschrift, sondern nimmt zur diagnostischen Abklärung noch andere Verfahren hinzu. Nur in der Kombination mit mindestens einem weiteren Test können Kinderschriften gedeutet und fundierte Aussagen gemacht werden.
Die beiden Autoren Dietrich und Maria Janke haben als weiteres und zusätzliches Verfahren zu der Kinderschrift den Baumtest von Karl Koch gewählt. Dabei zeigt sich, daß ihre Methode, die graphischen Ausdrucksmöglichkeiten von Zeichnen und Schreiben zusammen zu sehen, zu einem wertvollen diagnostischen Hilfsmittel werden kann.
In dem ersten Kapitel dieser Arbeit werden die zeichnerischen Frühformen abgehandelt. Daran anschließend wird auf die Raumsymbolik von Pulver („Symbolik der Handschrift“) eingegangen, die nach den Autoren „bedingt und mit der gebotenen Vorsicht“ auch bei der Raumaufteilung von Baumzeichnungen angewendet werden kann.
Anhand von zahlreichen Abbildungen kindlicher Schriften und Baumzeichnungen aus allen Altersstufen wird der Leser dann in den folgenden Abschnitten mit der diagnostischen Auswertung von Kinderschriften in der Kombination mit Baumzeichnungen bekanntgemacht. Es werden dem Interessierten damit neue Möglichkeiten eröffnet, mit relativ sparsamen Mitteln Wachstums-, Erziehungs- und Schulschwierigkeiten in ihrem Entwicklungszusammenhang richtig zu erkennen und Voraussagen zu machen.
Diese Arbeit kann aber nicht nur dem Fachmann diagnostische Möglichkeiten eröffnen, sondern auch Lehrern und Erziehern