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Das vorliegende Buch, Lebenswerk einer im Industriegebiet tätigen Berufsschulärztin, ist wegen des umfangreichen Überblickes über zwei wichtige Zeitepochen (), in denen 80 000 weibliche Jugendliche von der Verfasserin untersucht und begutachtet wurden, von dokumentarischem Wert.
Die Autorin sah ihre wesentliche Aufgabe in einer Gesundheitserziehung der Jugend, indem sie psychohygienische Klassenbesprechungen durchführte, denen eine individuelle körperliche Untersuchung, mit der Möglichkeit einer persönlichen Aussprache, folgte.
Bei einem anhaltenden Akzelerations-Trend war die körperliche Entwicklung bei den 15jährigen meist abgeschlossen, doch zeigte sie gegenüber dem Kindes- und Erwachsenenalter die größte Variabilität in allen körperlichen, seelischen und charakterlichen Merkmalen. Dabei schnitten die Kleinen, somatisch Retardierten bei beruflicher Belastung besser ab. Unter den speziellen Beschwerden kommt den Haltungsschäden sowie den funktionellen Herz-Kreislauf-Störungen eine besondere Bedeutung zu. Nervöse Störungen ließen sich meist mit Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder im Elternhaus erklären, wobei die jungen Mädchen unter einer aktuellen Stiefelternsituation besonders litten. Bemerkenswefterweise ergab sich im Menarchetermin (Durchschnitt 13,5 Jahre) kein Unterschied zwischen 1928 und 1957.